Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium

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Wie radikal muss die Operation sein?

Reicht es aus, bei einem Adenokarzinom oder Plattenepithelkarzinom des Gebärmutterhalses im Frühstadium den Tumor herauszuschneiden oder sollte aus Vorsichtsgründen die Gebärmutter gleich mit entfernt werden? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Studie nach, deren Ergebnisse sie kürzlich in der Fachzeitschrift American Journal of Obstetrics & Gynecology veröffentlichten.

Die Forscher analysierten die Daten von Patientinnen, die zwischen 1988 und 2010 die Diagnose Gebärmutterhalskrebs im Stadium IA1 oder IA2 erhalten hatten. In diesem Stadium hat sich der Tumor nur minimal im Gewebe ausgebreitet. 

Von den 1.567 Patientinnen mit einem Adenokarzinom des Gebärmutterhalses waren nach fünf Jahren noch 97 Prozent mit Stadium IA1 und 98 Prozent mit Stadium IA2 am Leben. Von den 5.749 Patientinnen mit Stadium IA1- oder IA2-Plattenepithelkarzinom waren es 97 und 96 Prozent. Hinsichtlich des Fünf-Jahresüberlebens machte es keinen statistisch signifikanten Unterschied, ob bei der Operation nur der Tumor herausgeschnitten (Konisation) oder ob die Gebärmutter vollständig entfernt worden war. Bei weniger als einem Prozent der Patientinnen fanden sich in der Folgezeit nach der Erstdiagnose befallene Lymphknoten im Becken oder an der Aorta.

Offenbar, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, haben Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium auch sehr gute Überlebenschancen, wenn sie mit einem kleinen chirurgischen Eingriff behandelt werden – unabhängig davon, um welchen Tumortyp (Adenokarzinom oder Plattenepithelkarzinom) es sich handelt. 

 

Quelle:

Bean, L. M. et al.: Survival of women with microinvasive adenocarcinoma of the cervix is not improved by radical surgery. American Journal of Obstetrics & Gynecology, Onlinevorabveröffentlichung am 15. Mai 2017, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.ajog.2017.05.021

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.08.2017 16:34