Gebärmutterhalskrebs: Cofaktor Rauchen

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Rauchen ist neben HPV-Infektionen ein Cofaktor für die Entstehung der Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs.

Der mit Abstand wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, das Zervixkarzinom, sind Infektionen mit krebserregenden humanen Papillomviren (HPV). Doch können auch andere Faktoren das Risiko für die Entstehung von Vorstufen der Erkrankung erhöhen. Dazu zählt, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology berichteten, das Rauchen.

In ihrer Studie verglichen die Forscher die Daten von 886 australischen Patientinnen, bei denen eine zervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN) 2 oder 3 festgestellt worden war, mit denen von 3.636 Patientinnen mit normalem Befund bei der PAP-Untersuchung (Zellabstrich vom Gebärmutterhals mit anschließender Untersuchung unter dem Mikroskop). CIN 2/3 gelten als Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs – ein bösartiger Tumor muss sich nicht daraus entwickeln, kann aber. Alle Frauen waren zwischen 30 und 44 Jahre alt.

Wie sich zeigte, hatten Frauen, die mindestens fünf Zigaretten am Tag rauchten, häufiger eine CIN 2 oder 3 als Niemals-Raucherinnen. Das Risiko war dosisabhängig und stieg mit der Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten. Wurde das Rauchen aufgegeben, normalisierte sich das Risiko mit der Zeit wieder. 

Auch wenn eine Impfung gegen die wichtigsten krebserregenden HPV-Typen durchgeführt wurde, bleibe Frauen die regelmäßige frauenärztliche Untersuchung auf Veränderungen im Gebärmutterhals nicht erspart, so das Fazit der Studienautoren, da auch andere Faktoren das Risiko für die Erkrankung erhöhen können. 

 

Quelle:

Huilan X et al. Hormonal contraceptive use and smoking as risk factors for high-grade cervical intraepithelial neoplasia in unvaccinated women aged 30–44 years: A case-control study in New South Wales, Australia. Cancer Epidemiology 2018, 55:162-9

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 21.09.2018 13:53