Früherkennungsscreening auf Gebärmutterhalskrebs: Künftig auch HPV-Test

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Noch in diesem Jahr soll das neue Früherkennungsscreening auf Gebärmutterhalskrebs an den Start gehen. Es beinhaltet, dass Frauen ab 35 Jahren künftig alle drei Jahre einen zytologischen Test und einen HPV-Test durchführen lassen können.

Bereits seit 1971 können sich Frauen ab 20 Jahren einmal im Jahr beim Frauenarzt auf Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) bzw. seine Vorstufen untersuchen lassen. Beim sogenannten Pap-Test wird ein Zellabstrich vom Gebärmutterhalskrebs entnommen und anschließend mikroskopisch auf etwaige krankhafte Veränderungen untersucht – eine Methode, die sich in der Praxis bewährt hat. Dank neuerer Untersuchungen sind Wissenschaftler der mutmaßlichen Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs auf die Schliche gekommen, nämlich Infektionen mit bestimmten humanen Papillomviren (HPV). Dies wurde nun zum Anlass genommen, das Früherkennungsscreening auf Gebärmutterhalskrebs grundlegend zu reformieren. 

HP-Viren setzen sich nach einer Ansteckung in den Schleimhautzellen des Gebärmutterhalses fest und befördern die Entwicklung von Zellveränderungen, sogenannten Dysplasien. Diese Dysplasien können sich spontan von selbst zurückbilden, jedoch kann sich auch Krebs daraus entwickeln. Werden sie rechtzeitig erkannt und durch eine sogenannte Konisation, dem operativen Ausschneiden eines Gewebekegels, der die Veränderungen trägt, entfernt, kann der Übergang in eine Krebserkrankung, die dann größere Behandlungsschritte erfordern würde, verhindert werden. 

Um eine potenziell krebserregende Ansteckung mit HP-Viren rechtzeitig zu bemerken, soll das Früherkennungsscreening auf Gebärmutterhalskrebs künftig neben dem pap-Test auch einen Test auf HPV beinhalten. Außerdem sollen Frauen im Alter von 20 bis 60 Jahren alle fünf Jahre ein Einladungsschreiben ihrer Krankenkasse erhalten, das sie über das Angebot des Früherkennungsscreenings informiert. Dieser Einladung wird eine Broschüre beigelegt sein, die die Frauen über die Vor- und Nachteile des Screenings informiert und ihnen die Entscheidung, daran teilzunehmen oder nicht, erleichtern soll.

Der Plan für das neue Screening sieht vor, dass Frauen im Alter zwischen 20 und 34 Jahren weiterhin einmal pro Jahr eine zytologische Untersuchung (Pap-Test) beim Frauenarzt durchführen lassen können. Ab dem 35. Lebensjahr wird den Frauen dann eine Kombination aus HPV- und Pap-Test angeboten, die alle drei Jahre in Anspruch genommen werden kann. Die Entscheidung, für Frauen ab 35 den bisher jährlichen Pap-Test durch die Kombinationsuntersuchung mit HPV- und Pap-Test alle drei Jahre als Kassenleistung zu ersetzen, basiert u.a. auf einer bereits 2013 abgeschlossenen positiven Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). 

Die neuen Richtlinien des Früherkennungsscreenings für Gebärmutterhalskrebs sollen noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Ein genauer Termin dafür steht bislang noch nicht fest.

 

Quellen:

Pressemitteilung des IQWiG vom 24. November 2017

Starrach, T et al. HPV-Test ergänzend zum Pap-Test? Zervixkarzinom-Screening: Das ändert sich ab 2018. MMW Fortschritte der Medizin 2018, 2/160:46-51

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.09.2018 17:34