Früher Lymphknotenbefall bei Merkelzellkarzinom möglich

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Über bildgebende Untersuchungsverfahren werden bei Patienten mit Merkelzellkarzinom Metastasen gefunden, für die nach der klinischen Untersuchung noch keine Anhaltspunkte bestehen.

Auch wenn bei Patienten mit Merkelzellkarzinom bei der klinischen Untersuchung kein Hinweis auf eine Ausbreitung des Tumors festzustellen ist, zeigen bildgebende Verfahren nicht selten bereits einen Befall von Lymphknoten. Dies geschieht offenbar einem Bericht in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology zufolge bei dieser nicht-melanozytären Hautkrebsform häufiger als beim malignen Melanom, dem schwarzen Hautkrebs.

Die Forscher untersuchten den Zusammenhang anhand von 584 Patienten, bei denen ein Merkelzellkarzinom diagnostiziert wurde. Bei 492 von ihnen fanden sich in der klinischen Untersuchung keine Hinweise darauf, dass sich der Krebs bereits über seinen Entstehungsort hinaus ausgebreitet haben könnte. Nach der bildgebenden Untersuchung indes musste dieser Befund bei 13 Prozent der Patienten revidiert werden: knapp neun Prozent wiesen einen Befall regionaler Lymphknoten auf, rund vier Prozent sogar Metastasen in anderen Organen. Dies geschah selbst bei noch kleinen Ausgangstumoren von weniger als einem Zentimeter Durchmesser. Mithilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) konnten die Metastasen sicherer erkannt werden als nur mit der Computertomographie (CT).

Offenbar, so das Fazit der Studienautoren, sei es ratsam, auch dann mit einer bildgebenden Untersuchung nach Metastasen in Lymphknoten oder anderen Organen zu suchen, wenn sich in der klinischen Untersuchung noch keine Hinweise auf einen Befall ergeben. Dies ermöglicht eine frühzeitige Behandlung und kann unter Umständen die Prognose verbessern.

 

Quelle:

Singh N et al. Clinical benefit of baseline imaging in Merkel cell carcinoma: Analysis of 584 patients. Journal of the American Academy of Dermatology 2021, 84(2):330-9

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 28.09.2021 17:56