Fortgeschrittenes Melanom: Besser behandelbar

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Bei schwarzem Hautkrebs, der bereits in andere Organe metastasiert hat, sind die Überlebensaussichten dank der neuen systemischen Therapien besser geworden.

Schwarzer Hautkrebs, das maligne Melanom, ist eine tückische Erkrankung: Im Frühstadium durch eine Operation gut heilbar, breitet sich der Krebs, wenn er einmal damit begonnen hat, nahezu unaufhaltsam im ganzen Körper aus und endet meist schon innerhalb kurzer Zeit tödlich. Seit geraumer Zeit stehen wirksame systemische, also im ganzen Körper wirkende, zielgerichtete Medikamente zur Verfügung, dank derer die Überlebensaussichten von Patienten mit fortgeschrittenem Melanom deutlich gestiegen sind. Dabei spielen, wie Wissenschaftler in einem Überblicksartikel im Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft herausstellen, neuartige Immuntherapien mit sogenannten PD-1-Antikörpern eine besondere Rolle.

BRAF- und MEK-Hemmer: Hohe Ansprechraten

Nach den bisherigen Erfahrungen sprechen Patienten gut und rasch auf eine Therapie mit den sogenannten BRAF-Hemmern Vemurafenib und Dabrafenib an. Dieses Ansprechen verbessert sich noch, wenn einer dieser BRAF-Hemmer mit einem MEK-Hemmer (Trametinib oder Cobimetinib) kombiniert wird. Mit einer solchen Kombination lassen sich Ansprechraten von 70 Prozent erreichen, mehr als die Hälfte der Patienten lebt länger als zwei Jahre, wobei die Nebenwirkungen gut beherrschbar sind.

Immuntherapie verbessert langfristiges Gesamtüberleben

Mit dem monoklonalen Antikörper Ipilimumab konnte zum ersten Mal das langfristige Gesamtüberleben signifikant verlängert werden: Ein Fünftel bis ein Viertel der Patienten, die mit Ipilimumab behandelt werden, sind fünf bis zehn Jahre nach der Diagnose noch am Leben. Ipilimumab blockiert gezielt das T-Lymphozyten-Antigen 4 (CTLA-4). Dadurch wird die Aktivierung des Eiweißes CTLA-4 verhindert, welches normalerweise die Reaktion der T-Zellen des Immunsystems herunterreguliert. Indem Ipilimumab CTLA-4 blockiert, unterstützt der Wirkstoff die Immunantwort gegen die Krebszellen.

Wird Ipilimumab mit sogenannten PD-1-Antikörpern wie Nivolumab oder Pembrolizumab kombiniert, können die Ansprechraten noch gesteigert werden. Auch PD-1 ist ein Checkpoint in der Regulierung der Immunantwort – wird er durch Nivolumab oder Pembrolizumab blockiert, kann sich die körpereigene Krebsabwehr verstärken. Hohe Ansprechraten und langfristig gute Überlebenschancen ohne Fortschreiten der Krankheit, die mithilfe der Kombination von PD-1-Blockern und CTLA-4-Blockern erreicht werden, müssen allerdings, so die Studienautoren, mit einem hohen Preis erkauft werden: Die Nebenwirkungen dieser Kombinationstherapie können erheblich sein.

Aussichten sind beim fortgeschrittenen Melanom besser geworden

Insgesamt, so das Fazit der Studienautoren, hat sich die Prognose für Patienten mit malignem Melanom, das bereits in andere Organe gestreut hat, deutlich verbessert. Diese Behandlungen sollten nach Möglichkeit innerhalb klinischer Studien stattfinden, um den Betroffenen optimale Voraussetzungen zu bieten. Bei aller Euphorie sollten die möglichen Langzeitnebenwirkungen der neuen Therapien bei der Behandlungsplanung nicht außer Acht gelassen werden.

 

Quelle:

Rauschenberg, R. et al.: Systemtherapie des metastasierten malignen Melanoms. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft 2015, 13(12):1223-1238

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.09.2017 16:40