Fortgeschrittener schwarzer Hautkrebs: Neue Therapien, neue Hoffnung

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Durch die Einführung neuer zielgerichteter Therapien und Immuntherapien mit sogenannten Checkpointblockern sind die Überlebensaussichten für Patienten mit metastasiertem malignem Melanom erheblich besser geworden.

Breitet sich schwarzer Hautkrebs über seinen Entstehungsort hinaus in den Körper aus, stehen die Aussichten auf Heilung schlecht: Der Tumor siedelt sich mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in anderen Organen an, den Betroffenen verbleibt oft nur noch wenig Lebenszeit, da die Krebszellen immer wiederkehren. Doch mit der Einführung der neuen zielgerichteten Therapien mit sogenannten BRAF- und MEK-Hemmern und der Immuntherapie mit sogenannten Checkpointblockern, etwa dem CTLA-4-Blocker Ipilimumab und den PD-1-Blockern Nivolumab und Pembrolizumab, hat sich die Lage deutlich verbessert, wie Prof. Dr. Ralf Gutzmer von der Medizinischen Hochschule Hannover anlässlich der 49. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft Ende April in Berlin darlegte.

Möglich wurden die neuartigen Therapien, weil verfeinerte Diagnostiken Einblicke in die molekularen Eigenschaften von Tumorzellen, ihre Entstehungsmechanismen und Wachstumsvorgänge erlauben. Dadurch wird es möglich, mit spezifischen Mitteln gegen bestimmte Tumormerkmale vorzugehen oder das Immunsystem für eine Reaktion gegen die Krebszellen anzukurbeln. Beide Ansätze wirken beim malignen Melanom gut. BRAF- und MEK-Hemmer wie Dabrafenib und Trametinib entfalten ihre Wirkung unmittelbar in den Krebszellen. Ihr gewünschter Effekt tritt rasch ein, rund 70 Prozent der Patienten sprechen auf die Behandlung an. Hingegen liegen die Ansprechraten bei den Immuncheckpointblockern, deren Wirkung erst verzögert eintritt, nur bei 40 bis 60 Prozent. Jedoch hält die Wirkung nahezu doppelt so lange an wie bei zielgerichteter Therapie. 

Seit der Einführung der neuen Therapien haben sich die Überlebensaussichten der Patienten mit metastasiertem Melanom, die früher oft nur wenige Monate umfassten, erheblich verbessert. Kombinationstherapien erhöhen die Gesamtüberlebensraten noch einmal deutlich. So sind bei einer Kombination von BRAF- und MEK-Hemmer (zum Beispiel Dabrafenib plus Trametinib, Vemurafenib plus Cobimetinib) nach zwei Jahren 50 bis 55 Prozent der Patienten noch am Leben, bei einer Kombination von Immuncheckpointblockern (Ipilimumab plus Nivolumab) sind es sogar 55 bis 65 Prozent.

Vermutlich, so Gutzmer, könnten die Langzeitüberlebensdaten noch weiter verbessert werden, wenn die zielgerichteten Therapien mit den Immuncheckpointblockern kombiniert würden. Hierzu finden erste klinische Studien statt, deren Ergebnisse in der Fachwelt mit Spannung erwartet werden.

 

Quelle:

Vortrag “Therapie bei BRAF-mutiertem malignem Melanom” anlässlich der 49. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 27. April 2017, Berlin

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.10.2017 21:19