Fortgeschrittener Nierenkrebs: Immuntherapie auch bei Hirnmetastasen wirksam

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Auch wenn sich der Tumor bereits ins Gehirn ausgebreitet hat, aber noch keine Symptome verursacht, kann eine kombinierte Immuntherapie in der Erstbehandlung wirksam und verträglich sein.

Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs, die sich nicht einer Operation unterziehen können, profitieren oftmals davon, wenn sie in der Erstbehandlung eine Immuntherapie mit einer Kombination aus zwei Checkpointblockern erhalten. In der Studie, in der die Wirkung dieser Therapie untersucht wird, wurde unter anderem überprüft, ob dies auch für Patienten gilt, bei denen sich der Tumor bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, ins Gehirn ausgebreitet hat. Die positiv stimmenden Ergebnisse dazu wurden jetzt in der Fachzeitschrift Cancer veröffentlicht.

Die CheckMate 920-Phase III-Studie wird fortlaufend durchgeführt. Die Forscher werteten aus, wie sich die Immuntherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs und Hirnmetastasen auswirkt. Es handelte sich dabei um Patienten, bei denen die Hirnmetastasen zwar durch bildgebende Diagnostik nachgewiesen worden waren, die aber noch keine Symptome dadurch hatten. Sie erhielten zunächst eine Kombination aus PD1- und CTLA4-Blocker, anschließend den PD1-Blocker allein. 

Die Patienten reagierten gut auf diese Behandlung, ein Drittel von ihnen sprach mit einer deutlichen Tumorantwort an, dieses Ansprechen hielt zwei Jahre an. Bei einigen Patienten war der Tumor auch zum Zeitpunkt der Datenerhebung nicht mehr weiter vorangeschritten. Die Nebenwirkungen entsprachen denen, die auch bei Patienten ohne Hirnmetastasen auftreten, mit Grad 3 und 4 waren es am häufigsten Durchfall, Leberentzündung, Entzündung der Hypophyse, Diabetes mellitus und Hautrötung.

Die Studienautoren bewerteten die Ergebnisse als hoffnungsvoll: Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs und Hirnmetastasen seien nach wie vor nur schwer behandelbar und würden auch in klinischen Studien meist eher nicht berücksichtigt. Die Immuntherapie habe bei den Patienten in dieser Studie eine gute antitumorale Aktivität gezeigt, unerwartete Nebenwirkungen traten nicht auf. Dies könne bei einer größeren Zahl von Patienten überprüft werden. 

 

Quelle:

Emamekhoo H et al. Safety and efficacy of nivolumab plus ipilimumab in patients with advanced renal cell carcinoma with brain metastases: CheckMate 920. Cancer 2021, DOI: 10.1002/cncr.34016

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 06.12.2021 17:32