Fortgeschrittener nicht-kleinzelliger Lungenkrebs: Immuntherapie längerfristig vorteilhaft

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Geringeres Sterberisiko und längeres Ansprechen bei zahlreichen Patienten.

Bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs kann sich eine Immuntherapie mit dem Checkpoint-PD-1-Blocker Nivolumab auch längerfristig unter Umständen vorteilhafter auswirken als die Standardchemotherapie. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

In zwei Studien (CheckMate 017 und CheckMate 057) waren Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom oder Nicht-Plattenepithelkarzinom der Lunge im Stadium IIIB oder IV berücksichtigt worden. Diese Erkrankungen zählen zum nicht-kleinzelligen Lungenkrebs. Bei allen schritt die Krankheit während oder nach einer platinhaltigen Chemotherapie weiter voran, weshalb sie entweder den PD-1-Hemmer Nivolumab oder die übliche Chemotherapie mit Docetaxel erhielten. Im Normalfall sind die Überlebensaussichten in diesen weit fortgeschrittenen Krankheitsstadien ungünstig, vielen Patienten bleiben nur noch wenige Monate Lebenszeit.

In die Analyse wurden die Ergebnisse beider Studien einbezogen. Nach zwei Jahren unterschieden sich die Gesamtüberlebensraten der beiden Therapiegruppen deutlich: Bei Patienten mit Plattenepithelkarzinom waren es 23 Prozent nach einer Therapie mit Nivolumab und acht Prozent nach Chemotherapie, bei Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinom 29 Prozent nach einer Therapie mit Nivolumab und 16 Prozent nach Chemotherapie. Die Immuntherapie ging mit stabilen Ansprechraten einher; gut ein Drittel der Patienten, die ursprünglich auf die Behandlung angesprochen hatten, wiesen auch nach zwei Jahren noch ein gutes Ansprechen auf. Eine solch lange Ansprechzeit kam nach der Behandlung mit Docetaxel nicht vor.

Über beide Studien hinweg konnte das relative Sterberisiko unter Nivolumab gegenüber der Chemotherapie mit Docetaxel um 28 Prozent gesenkt werden. Zudem traten unter der Immuntherapie deutlich weniger Nebenwirkungen, auch weniger Nebenwirkungen schwerer Natur auf.

Beide Studien hätten nach Ansicht der Studienautoren gezeigt, dass Patienten mit trotz platinbasierter Chemotherapie fortschreitendem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im Stadium IIIB oder IV langfristig von einer Immuncheckpoint-PD-1-Hemmung mit Nivolumab profitieren könnten.

 

Quelle:

Horn, L. et al.: Nivolumab Versus Docetaxel in Previously Treated Patients With Advanced Non–Small-Cell Lung Cancer: Two-Year Outcomes From Two Randomized, Open-Label, Phase III Trials (CheckMate 017 and CheckMate 057). Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 12. Oktober 2017, DOI: 10.1200/JCO.2017.74.3062

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.11.2017 23:25