Fortgeschrittener Harnblasenkrebs: Kombination aus Immun- und Chemotherapie wirksam

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Gegenüber der Chemotherapie allein lassen sich Überlebensvorteile erzielen.

Bei Patienten mit Krebs der ableitenden Harnwege und der Harnblase (Urothelkarzinom), der sich schon in andere Organe ausgebreitet und Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet hat, kann es sich lohnen, eine Immuntherapie mit oder ohne platinhaltige Chemotherapie durchzuführen. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Lancet.

An der Phase III-Studie, die in insgesamt 35 Ländern durchgeführt wurde, nahmen 1.213 Patienten ab 18 Jahren teil, die an lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom erkrankt waren. Sie erhielten – nach dem Zufallsprinzip ausgewählt – entweder eine Immuntherapie mit einem Checkpointblocker gegen PD-L1 in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie, eine Immuntherapie mit dem Checkpointblocker allein oder ein Scheinmedikament (Placebo) plus platinbasierte Chemotherapie.

Eine erste Analyse erbrachte, dass die Kombination von Immun- und Chemotherapie Überlebensvorteile mit sich bringt: Das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschreitet, war signifikant länger als bei der Behandlung mit Placebo und platinbasierter Chemotherapie. Und auch beim Gesamtüberleben deutete sich ein Vorteil an.

Damit, so die Studienautoren, habe sich die Kombination aus PD-L1-Blocker und platinbasierter Chemotherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Krebs der ableitenden Harnwege und der Harnblase als Erstlinientherapie bewährt. Unerwartete Nebenwirkungen traten unter der Behandlung nicht auf. 

 

Quelle:

Galsky MD et al. Atezolizumab with or without chemotherapy in metastatic urothelial cancer (IMvigor130): a multicentre, randomised, placebo-controlled phase 3 trial. The Lancet, Onlinevorabveröffentlichung am 16. Mai 2020, DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30230-0

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 02.07.2020 15:44