Folsäure während der Schwangerschaft: Kurzfristig kein Krebsrisiko

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Kurzfristig hat die Einnahme von Folsäure vor und während einer Schwangerschaft keinen Einfluss auf das Krebsrisiko der werdenden Mutter.

Ist eine Schwangerschaft geplant, wird empfohlen, Folsäure als Nahrungsergänzungspräparat einzunehmen – während der Schwangerschaft ohnehin, um bestimmte neurologische Schäden beim ungeborenen Kind abzuwenden. Da Folsäure zur Gruppe der B-Vitamine gehört und bei der DNA-Synthese eine Rolle spielt, stellt sich die Frage, ob die verstärkte Zufuhr von Folsäure vor und während einer Schwangerschaft das Krebsrisiko der werdenden Mutter beeinflusst. Laut den Ergebnissen einer neuen Studie aus Norwegen in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology kann diese Frage nun zumindest für die ersten Jahre nach der Schwangerschaft verneint werden.

Einnahme von Folsäure während der Schwangerschaft nahm zu

Die Forscher werteten in der bevölkerungsbasierten Studie die Daten von rund 429.000 Frauen aus, die in norwegischen Registern zwischen 1999 und 2010 festgehalten worden waren. Insgesamt traten unter den Frauen während der durchschnittlich sieben Beobachtungsjahre 3.781 Krebsfälle auf. Die Forscher verglichen, ob Frauen, die vor und/oder während der Schwangerschaft Folsäure eingenommen hatten, häufiger an Krebs erkrankten als Frauen, die dies nicht taten. Die Einnahme von Folsäure war in Norwegen anfangs noch keineswegs verbreitet: Während 1999 nur 18 Prozent der Frauen in der Schwangerschaft Folsäure zuführten, war dies im Jahr 2010 bei 71 Prozent der Fall. Auch die Anwendung von Multivitaminpräparaten nahm zu, von 19 Prozent im Jahr 1999 auf 42 Prozent im Jahr 2010. Gleichzeitig – ein Nebenergebnis der Studie - ging das täglich oder gelegentliche Rauchen während der Schwangerschaft zurück, von 26 Prozent im Jahr 1999 auf 20 Prozent im Jahr 2010. Dies bedeutete, dass auch 2010 in Norwegen noch immer jede fünfte Frau während der Schwangerschaft rauchte, obwohl die Gefahren für das ungeborene Kind inzwischen hinlänglich bekannt sind.

Kurzfristig kein Zusammenhang zum Krebsrisiko

Ein Zusammenhang zur Einnahme von Folsäure vor und während einer Schwangerschaft konnte nicht festgestellt werden. Dabei spielte es keine Rolle, ob Folsäure nur während einer oder sogar während mehrerer Schwangerschaften eingenommen wurde. In der Analyse waren insgesamt 13 Krebsarten berücksichtigt worden.

Nach Ansicht der Studienautoren hat die Einnahme von Folsäure als Nahrungsergänzungspräparat vor und während der Schwangerschaft keinen kurzfristigen Effekt auf das Krebsrisiko der Mutter. Zu einem möglichen langfristigen Einfluss gab die Studie keine Auskunft. Hier, so die Autoren, seien weitere Untersuchungen notwendig.

 

Quelle:

Seglem Mortensen, J. H. et al.: Supplemental folic acid in pregnancy and maternal cancer risk. Cancer Epidemiology 2015, 39(6):805–811

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.05.2017 17:22