Fatigue bei Eierstockkrebs oder Gebärmutterkörperkrebs

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Vor allem direkt nach der Operation treten nicht selten Fatiguebeschwerden auf.

Eine häufige Begleiterscheinung bei bösartigen gynäkologischen Tumoren ist chronische Erschöpfung, sogenannte Fatigue. In einer Studie untersuchten Wissenschaftler, wie sich die Symptome von Fatigue im Verlauf entwickeln. Über ihre Ergebnisse berichteten sie in der Fachzeitschrift Cancer.

An der Studie nahmen 81 Frauen mit neu diagnostiziertem Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) und 181 Frauen mit neu diagnostiziertem Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom) teil. Sie erlebten im ersten Jahr nach dem Ende der Therapie keinen Rückfall der Erkrankung. Unmittelbar nach der Operation, sowie sechs und zwölf Monate nach Beendigung der Therapie wurden Symptome von Fatigue, Depression oder Angstzuständen ermittelt.

Fast die Hälfte der Patientinnen (48%) berichteten über Fatiguesymptome nach der Operation. Ein Jahr später litten noch immer 39% an solchen Beschwerden. Bei 37% der Patientinnen waren die Beschwerden im gesamten Verlauf nur gering ausgeprägt, bei einem Viertel der Patientinnen allerdings waren die Beschwerden im Verlauf immer hoch. Bei einem geringeren Teil der Patientinnen wechselten die Beschwerden, verschwanden oder traten erst im Verlauf neu auf. Patientinnen mit depressiven Symptomen hatten ein höheres Risiko auch für Fatigue, während umgekehrt nur ein Drittel der Fatiguepatientinnen auch depressive Symptome aufwies.

Vor allem unmittelbar nach der Operation treten offenbar bei vielen Patientinnen mit Eierstock- oder Gebärmutterkörperkrebs Fatiguebeschwerden auf, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Nur selten würden die Beschwerden innerhalb des ersten Jahres nach der Therapie wieder verschwinden. Patientinnen mit depressiven Symptomen hätten offenbar ein höheres Risiko, auch Fatiguebeschwerden zu entwickeln. 

 

Quelle:

Poort H et al. Patterns and predictors of cancer‐related fatigue in ovarian and endometrial cancers: 1‐year longitudinal study. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 21. Mai 2020, https://doi.org/10.1002/cncr.32927

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24