Fatigue bei Brustkrebs: Individueller Behandlungsplan ist nötig

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Das Phänomen Fatigue, das im Rahmen von Krebserkrankungen auftreten kann, ist komplex und bedarf einer sorgfältigen Analyse der jeweiligen Gegebenheiten. Auf dieser Grundlage kann ein individueller Therapieplan erstellt werden.

Chronische Erschöpfung, sogenannte Fatigue, ist ein häufiges Problem bei Krebserkrankungen – und ein komplexes dazu. Eine einzelne Therapie führt deshalb meist nicht zu einer ausreichenden Besserung der Beschwerden, verschiedene Behandlungsstrategien müssen stattdessen miteinander kombiniert werden. Dabei, so die Aussage einer neuen Studie in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, ist jeder Fall individuell zu betrachten – ein allgemeingültiges Rezept für alle Betroffenen gibt es nicht.

In der Studie gingen Forschern den Einflussfaktoren von Fatigue bei 255 Brustkrebspatientinnen während und nach einer die Operation unterstützenden, adjuvanten Therapie nach. Mit standardisierten Fragebögen erfassten sie Fatiguebeschwerden im Laufe der Therapie und ein Jahr danach. 

Es kristallisierten sich zahlreiche Faktoren heraus, die das Auftreten bzw. die Schwere von Fatigue bestimmten, wobei es Unterschiede in Hinblick auf die verschiedenen Dimensionen von Fatigue (körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung) gab. So war beispielsweise Chemotherapie mit körperlicher Erschöpfung verbunden, ebenso Fettleibigkeit. Sportliche Betätigung hingegen wirkte günstig – sportlich aktive Frauen litten seltener unter körperlicher Erschöpfung. Emotionale Fatiguebeschwerden traten eher bei fehlender sozialer Unterstützung und bei Patientinnen auf, die sich stark um ihre Zukunft sorgten. Schlafstörungen und die frühere Anwendung von Psychopharmaka waren sowohl mit körperlicher, als auch mit emotionaler und geistiger Erschöpfung verbunden. Das Auftreten von Hitzewallungen, eine häufige Folge der Antihormontherapie bei Brustkrebs, ging mit körperlicher und geistiger Fatigue einher. 

Nach Ansicht der Studienautoren müssten bei der Diagnostik von „Fatigue“ die jeweiligen Symptome gründlich erfasst und eingeordnet werden. Auch gelte es, die zahlreichen möglichen Einflussfaktoren zu erfassen. Daraus müsse dann ein individueller Therapieplan für jede Patientin erstellt werden, der in dem einen Fall womöglich verstärkt sportliche Betätigung und in dem anderen eher seelische Unterstützung beinhalte.

 

Quelle:

Schmidt M E et al. Determinants of physical, affective, and cognitive fatigue during breast cancer therapy and 12 months follow-up. Cancer Epidemiology, Onlinevorabveröffentlichung am 13. November 2017, DOI: 10.1002/ijc.31138 

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 13.12.2017 17:19