Familiäre Vorgeschichte als Risikofaktor für Prostatakrebs

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Wenn Prostatakrebs oder seine Vorstufen in der engen Verwandtschaft auftreten, erhöht das das eigene Erkrankungsrisiko.

Nicht nur ein manifestes Prostatakarzinom beim Vater oder Bruder erhöht das eigene Risiko für die Krebserkrankung, sondern auch schon Vorstufen der Erkrankung bei engen Verwandten sind ein Risikofaktor. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler aus Schweden in der Fachzeitschrift Cancer.

Die Forscher untersuchten die Daten von fast 6,5 Millionen Männern, die nach 1931 geboren waren, und ihren Familien. 238.961 Männer erkrankten an invasivem Prostatakrebs, 5.756 an einer Vorstufe zu Prostatakrebs. Männer mit einem Verwandten ersten Grades (Vater oder Bruder), der an einer Prostatakrebsvorstufe erkrankt war, hatten selbst ein um 70 Prozent erhöhtes Risiko, an invasivem Prostatakrebs zu erkranken oder daran zu versterben. Als Vergleich dienten Männer, in deren Familie weder Vorstufen noch invasiver Prostatakrebs aufgetreten waren. Besonders hoch war das Risiko, wenn die Erkrankung bei den Verwandten bereits vor dem 60. Lebensjahr aufgetreten war.

Eine familiäre Vorgeschichte an Prostatakrebs und seinen Vorstufen sei offenbar ein essentieller Risikofaktor sowohl für die Erkrankung als auch für eine erhöhte Sterblichkeit daran, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Dies müsse bei der Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese) der Patienten berücksichtigt werden. 

 

Quelle:

Xu X et al. Risk of Invasive Prostate Cancer and Prostate Cancer Death in Relatives of Patients With Prostatic Borderline or In Situ Neoplasia: A Nationwide Cohort Study. Cancer 2020,126:4371-8

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 27.11.2020 19:40