Ewing-Sarkom: Was tun, wenn der Tumor wiederkehrt?

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Eine kombinierte Chemotherapie aus Temozolomid und Irinotecan ist offenbar sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen wirksam.

Wenn ein Ewing-Sarkom wiederkehrt, kann sich eine Chemotherapie mit Temozolomid und Irinotecan lohnen. Dies gilt für erwachsene Patienten wie Kinder gleichermaßen, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Acta Oncologica berichten.

Beim Ewing-Sarkom handelt es sich um einen bösartigen Knochentumor. Solange die Krankheit auf ihren Entstehungsort begrenzt bleibt, sind dank der Kombination verschiedenartiger Chemotherapeutika mit unmittelbar örtlich wirkenden (lokalen) Therapien wie Operation oder Strahlentherapie Heilungsraten von bis zu 70 Prozent möglich. Ungünstig ist die Prognose jedoch, wenn der Tumor nach zunächst erfolgreicher Behandlung wiederkehrt. Für diese Situation sind mehrere Therapiekombinationen denkbar, die bislang allerdings teilweise nur unzureichend untersucht worden sind.

An der aktuellen Studie nahmen Patienten zwischen drei und 65 Jahren teil, davon zwei Drittel ab 18 Jahren. Sie hatten nach einer (ein Viertel der Patienten) oder mehreren (die übrigen Patienten) ersten Therapien einen Rückfall erlitten, bei 67 Prozent von ihnen waren dabei mehrere Stellen im Körper betroffen. Die Therapie bestand aus Temozolomid und Irinotecan.

Bei zehn Prozent der Patienten verschwand der Tumor komplett, bei einem Viertel teilweise, bei 37 Prozent stabilisierte sich der Tumor. Insgesamt konnte die Krankheit bei 71 Prozent, also nahezu drei Viertel, infolge der Therapie gut kontrolliert werden. Nach sechs Monaten war die Hälfte der Patienten noch krankheitsfrei, wobei Patienten mit allgemein gutem Gesundheitszustand eine höhere Wahrscheinlichkeit dafür hatten, dass die Krankheit nicht weiter voranschritt. Auch erwies sich die Konzentration an Lactatdehydrogenase (LDH) als Risikofaktor: Hohe LDH-Werte sprachen für eine ungünstigere Prognose. Das Lebensalter, die Zahl der vorangegangenen Therapien und die Art der Metastasierung in andere Organe hatten hingegen keinen Einfluss darauf, ob die Krankheit nach sechs Monaten noch immer stillstand oder nicht. 

Nach einem Jahr war gut die Hälfte der Patienten am Leben. Hier spielten vor allem der allgemeine Gesundheitszustand eine Rolle und die Frage, ob nach der Chemotherapie noch Restkrankheit nachweisbar oder nicht. Häufige schwerwiegende Nebenwirkungen Grad 3 oder 4 der Chemotherapie waren ein Mangel an weißen Blutkörperchen und Blutplättchen sowie Durchfall.

Nach Ansicht der Studienautoren habe sich die Kombinationschemotherapie mit Temozolomid und Irinotecan für Patienten mit wiedergekehrtem Ewing-Sarkom als wirksame Behandlungsoption erwiesen. Sie führte unabhängig davon, wieviele Therapien die Patienten bereits hinter sich hatten, zu einer Krankheitskontrollrate von 71 Prozent. Als ausschlaggebende Faktoren für ein mögliches gutes Wirken der Behandlung erwiesen sich der allgemeine Gesundheitszustand und Laktatdehydrogenase.

 

Quelle:

Palmerini E et al. Irinotecan and temozolomide in recurrent Ewing sarcoma: an analysis in 51 adult and pediatric patients. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 13. März 2018, DOI:10.1080/0284186X.2018.1449250

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 16.11.2018 22:20