Erweiterung der Chemotherapie bei operablem fortgeschrittenem Magenkrebs

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Eine zusätzliche neoadjuvante Chemotherapie vor der Operation kann sich womöglich auszahlen.

Bei Patienten mit operablem lokal fortgeschrittenem Magenkrebs ist eine adjuvante Chemotherapie nach der Operation Standard. Nun zeigte sich in einer Phase III-Studie aus Korea, dass eine unterstützende Chemotherapie vor der Operation, also eine neoadjuvante Therapie, weitere Überlebensvorteile bringen kann. Die Ergebnisse der Studie erschienen in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

An der Studie nahmen Patienten zwischen 20 und 75 Jahren teil, bei denen ein Adenokarzinom des Magens oder des Übergangs von der Speiseröhre zum Magen diagnostiziert worden war. Sie erhielten entweder eine Operation gefolgt von adjuvanter Chemotherapie oder drei Zyklen einer neoadjuvanten Kombinationschemotherapie gefolgt von der Operation und einer adjuvanten Chemotherapie.

Die zusätzliche neoadjuvante Chemotherapie zahlte sich offenbar aus: Nach drei Jahren war das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, signifikant besser. Auf das Gesamtüberleben hatte dies allerdings keinen Einfluss, in beiden Therapiegruppen waren nach drei Jahren jeweils noch rund drei Viertel der Patienten am Leben.

Die neoadjuvante Therapie wurde weitgehend gut vertragen, Atembeschwerden und febrile Neutropenie (Rückgang der weißen Blutzellen verbunden mit Fieber) traten als schwerwiegende Komplikationen auf.

Nach Ansicht der Studienautoren könne die zusätzliche neoadjuvante Chemotherapie die Situation von Patienten mit lokal fortgeschrittenem Magenkrebs in Asien verbessern.

 

Quelle:

Kang Y-K et al. PRODIGY: A Phase III Study of Neoadjuvant Docetaxel, Oxaliplatin, and S-1 Plus Surgery and Adjuvant S-1 Versus Surgery and Adjuvant S-1 for Resectable Advanced Gastric Cancer. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 16. Juni 2021, DOI https://doi.org/10.1200/JCO.20.02914

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 23.07.2021 16:51