Erste Immuntherapie bei triple-negativem Brustkrebs

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Eine Kombination von Chemo- und Immuntherapie kann Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs Überlebensvorteile verschaffen.

Brustkrebs, der nicht empfindlich auf die weiblichen Geschlechtshormone reagiert (hormonrezeptornegativ) und auch nicht vermehrt Bindungsstellen für den humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2-negativ) ausbildet, also in der Fachsprache als „triple-negativer“ Brustkrebs bezeichnet wird, wächst oft aggressiv und breitet sich rasch im Körper aus. Außer der Chemotherapie gab es bislang keine Möglichkeiten, das Tumorwachstum systemisch, also im ganzen Körper, zu verhindern. Nun sprechen erste Studienergebnisse dafür, dass auch eine Immuntherapie bei diesen Tumoren wirksam sein kann (Fachzeitschrift Der Onkologe).

In einer klinischen Phase III-Studie (Impassion-130-Studie) wurden 902 Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs entweder mit einer Kombination aus Chemotherapie und Immuntherapie (mit einem PD-L1-Checkpointhemmer) oder mit einer Chemotherapie allein behandelt. In beiden Gruppen hatte jeweils ein großer Teil der Patientinnen vor der Operation (neoadjuvant) bereits eine Chemotherapie erhalten. Bei jeweils einem Drittel der Patientinnen hatte sich der Krebs schon mit Tochtergeschwülsten in andere Organe wie die Knochen, die Leber oder das Gehirn ausgebreitet.

Es zeigte sich, dass die Patientinnen, die Chemo- und Immuntherapie erhalten hatten, besser und länger auf die Therapie ansprachen. Auch das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, und das Gesamtüberleben konnten durch die Kombinationstherapie verbessert werden. Die Häufigkeit von Nebenwirkungen war in beiden Behandlungsgruppen vergleichbar, am häufigsten trat in beiden Gruppen Haarausfall auf, zudem kam es in der Chemo-Immuntherapiegruppe häufiger zu Übelkeit, Fieber, einer Senkung der weißen Blutzellen, Husten, einer Unterfunktion der Schilddrüse und Lungenentzündung.

Zum ersten Mal konnte somit in einer Phase III-Studie ein Vorteil für die Kombination von Chemo- und Immuntherapie bei triple-negativem Brustkrebs nachgewiesen werden. Dies stimme hoffnungsfroh, in Zukunft auch für diese Art von Brustkrebs systemisch wirkungsvolle Therapien entwickeln zu können.

Quellen:

Ruckhäberle E & Fehm T. Atezolizumab – der erste Immuncheckpointinhibitor beim metastasierten Mammakarzinom. Der Onkologe 2019, 25:621-2

Schmid P et al. Atezolizumab and Nab-Paclitaxel in Advanced Triple-Negative Breast Cancer. N Engl J Med 2018; 379(22):2108–21

(KvK)

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Aktualisiert am: 18.09.2019 16:42