Ernährung bei Tyrosinkinasehemmertherapie: Wechselwirkungen sind möglich

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Zwischen den Krebsmedikamenten und bestimmten Nahrungsmitteln kann es zu Wechselwirkungen kommen, die die Wirksamkeit der Therapie beeinflussen. Eine gezielte Ernährungsberatung für die Behandlungszeit ist deshalb ratsam.

Bei zahlreichen Krebserkrankungen können zielgerichtete Therapien mit sogenannten Tyrosinkinasehemmern das Fortschreiten des Tumors stoppen und den weiteren Verlauf günstig beeinflussen. Um die Wirksamkeit dieser Therapie nicht zu gefährden, ist allerdings Aufmerksamkeit bezüglich der Einnahme weiterer Medikamente und der Ernährung geboten. Das geht aus einem Artikel in der Fachzeitschrift InFo Hämatologie + Onkologie hervor.

Wenn Tyrosinkinasehemmer in Tablettenform eingenommen werden, sind Wechselwirkungen mit Arzneimitteln möglich, die die Magensäurebildung hemmen. Ist der pH-Wert im Magen zu hoch, weil die Säureproduktion unterbunden wird, können die Tyrosinkinasehemmer ihre Wirkung nicht richtig entfalten, weil sie sich nicht gut auflösen und ins Blut übergehen können. Für bestimmte Tyrosinkinasehemmer wurde bei gleichzeitiger Therapie mit Magensäureblockern eine Abnahme der Wirkstoffkonzentration um bis zur Hälfte beobachtet. Die Gestaltung der Krebstherapie muss deshalb genau abgewogen werden, wenn gleichzeitig eine medikamentöse Drosselung der Magensäure unvermeidbar ist.

Auch die Ernährung spielt für die Wirksamkeit von Tyrosinkinasehemmern eine Rolle, wenn sie als Tabletten eingenommen werden. Bestimmte Nahrungsmittel können die Löslichkeit und damit die Wirksamkeit der Tyrosinkinasehemmer verbessern, andere wiederum sie verschlechtern. Dadurch entstehen Schwankungen in der Wirkung, die den Fortgang der Krebstherapie letztlich negativ beeinflussen. Grundsätzlich wird deshalb empfohlen, Tyrosinkinasehemmer vor den Mahlzeiten auf nüchternen Magen einzunehmen, um bei der Einnahme gleichmäßige Ausgangsbedingungen zu schaffen. Dies gilt im Übrigen nicht nur für das Essen, sondern auch für Getränke. So wurden beispielsweise ungünstige Wechselwirkungen zwischen grünem Tee und Tyrosinkinasehemmern nachgewiesen, weshalb es sich empfiehlt, mehrere Stunden zwischen der Einnahme des Tyrosinkinasehemmers und der ersten Tasse mit grünem Tee am Tag vergehen zu lassen.

 

Quelle:

Lipp H-P et al. Effekte von Nahrung und Magen-pH-Modulation unter TKI-Therapie. InFo Hämatologie + Onkologie 2021, 24(1-2):10-7

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 07.12.2021 18:17