Erkenntnisse zu Hodenkrebs bündeln

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In einer neuen S3-Leitlinie zu Keimzelltumoren des Hodens werden die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammengefasst und in Handlungsempfehlungen umgemünzt.

Im Rahmen des Leitlinienprogramms der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) und der Deutschen Krebshilfe wurde eine neue S3-Leitlinie zur Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Patienten mit Hodenkrebs (Keimzelltumoren des Hodens) veröffentlicht. Sie fasst den aktuellen wissenschaftlichen Stand zu dieser Krebsart zusammen und enthält Handlungsempfehlungen für die behandelnden Ärzte, um eine optimale Versorgung der Erkrankten zu gewähren.

Bei Männern zwischen 20 und 44 Jahren sind Keimzelltumoren des Hodens die häufigste Krebsart, sie machen etwa ein Viertel aller Krebserkrankungen in dieser Altersgruppe aus. Über alle Altersgruppen hinweg handelt es sich jedoch um eine eher seltene Tumorerkrankung mit einem Anteil von 1,6 Prozent an allen Krebsfällen. Im Jahr 2014 erkrankten in Deutschland etwa 4.070 Männer neu daran. Im Unterschied zu anderen Krebsarten betrifft Hodenkrebs häufiger junge Menschen als ältere. So liegt das mittlere Erkrankungsalter bei 38 Jahren, bei 80 Prozent der Betroffenen wird die Diagnose vor dem 50. Lebensjahr gestellt.

Da die Erkrankung oft in einem noch frühen Stadium erkannt wird, sind die Überlebensaussichten der Betroffenen in der Regel gut. Generell wird jungen Männern empfohlen, ihre Hoden regelmäßig selbst zu untersuchen. Die neue S3-Leitlinie berücksichtigt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Umgang mit der Erkrankung und gibt Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Tumorstadien, um sowohl Über- als auch Untertherapien zu vermeiden. Generell gilt die Empfehlung, dass Patienten mit Hodenkrebs, insbesondere in fortgeschritteneren Stadien in Einrichtungen mit ausgewiesener Expertise behandelt werden sollten. Die Leitlinie beschäftigt sich außerdem mit der Nachsorge und dem Umgang mit therapiebedingten Spätfolgen und Langzeitschäden. Besonderes Augenmerk wird auf die Möglichkeiten zum Fertilitätserhalt (etwa Kryokonservierung von Spermien vor Therapiebeginn) gelegt.

 

Quellen:

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Keimzelltumoren des Hodens, Langversion 1.0, 2019, AWMF-Registernummer: 043/049OL, https://www.leit- linienprogramm-onkologie.de/leitlinien/hodentumoren (abgerufen am: 29.05.2019).

Krebs in Deutschland für 2013/2014. 11. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin, 2017

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 22.08.2019 17:45