Erhöhtes Risiko für Thromboembolien nach Krebs im Kindesalter

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Bestimmte Risikofaktoren erhöhen das Risiko zusätzlich.

Überlebende einer Krebserkrankung im Kindesalter haben zeitlebens ein erhöhtes Risiko für gefäßverstopfende Blutgerinnsel, sogenannte Thromboembolien. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

In der Studie wurden die Daten von Patienten ausgewertet, die in den Jahren 1970 bis 1999 im Kindesalter eine Krebsdiagnose erhalten und diese mindestens fünf Jahre überlebt hatten. Als Vergleichsgruppe dienten die Geschwisterkinder der ehemaligen Krebspatienten. 

Die Überlebenden einer Krebserkrankung im Kindesalter erkrankten später etwa doppelt so häufig an einer Thromboembolie wie ihre Geschwister. Die Rate an Thromboembolien lag in den 35 Jahren nach der Krebsdiagnose bei 2,5 schweren Ereignissen pro 100 Überlebende. Besondere Risikofaktoren für die Krebsüberlebenden waren unter anderem eine Krebstherapie mit Cisplatin, Untergewicht oder Fettleibigkeit sowie ein später Krebsrückfall oder eine zweite nachfolgende Krebserkrankung. Auch hatten Frauen ein höheres Risiko für Thromboembolien als Männer. 

Die Betroffenen sollten nach Ansicht der Studienautoren ihr erhöhtes Risiko für Thromboembolien kennen, um vermeidbare Risikofaktoren wie etwa Untergewicht oder starkes Übergewicht zu minimieren oder in bestimmten Situationen sogar eine wirksame Prophylaxe einzuleiten.

 

Quelle:

Madenci A L et al. Long-Term Risk of Venous Thromboembolism in Survivors of Childhood Cancer: A Report From the Childhood Cancer Survivor Study. Journal of Clinical Oncology 2018, DOI: 10.1200/JCO.2018.78.4595

 

(KvK)

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    Aktualisiert am: 19.10.2018 15:04