Erhöhtes Risiko für Gürtelrose nach Krebs

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Erst den Krebs überstanden und dann noch an einer Gürtelrose erkrankt? In einer Studie zeigt sich tatsächlich ein zeitlicher Zusammenhang zwischen einigen Krebsarten und dem Auftreten von Herpes zoster.

Seit längerem war ein bekannt, dass es einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und einem erhöhten Risiko für Herpes zoster, die sogenannte Gürtelrose gibt, doch eine systematische Untersuchung dazu gab es bislang noch nicht. Nun berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift British Journal of Cancer über neue Erkenntnisse zu diesem Thema.

Ursache der Gürtelrose ist eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus. Eine Infektion mit diesen Viren – meist im Kindesalter - macht sich zuerst als Windpocken bemerkbar. Die Viren überleben dann in Nervenzellen und können viele Jahre oder Jahrzehnte später als Gürtelrose ein zweites Mal ausbrechen.

 Die Forscher etablierten mit den Daten von fast 200.000 erwachsenen Patienten, die in ihrem Leben an einer Gürtelrose erkrankt waren, und rund 730.000 nicht daran erkrankten Kontrollpersonen eine sogenannte Fall-Kontrollstudie. Der Vergleich zeigte, dass die Patienten, die an Herpes Zoster erkrankten, häufiger zuvor eine Krebserkrankung überstanden hatten. Besonders oft hatte es sich dabei um eine Krebserkrankung des blutbildenden Systems (Leukämie, Lymphom, Myelom) gehandelt. Doch auch nach Mundhöhlenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs, Brustkrebs, Eierstockkrebs, Prostatakrebs, Nierenkrebs, Blasenkrebs und ZNS-Tumoren bestand für die Betroffenen ein erhöhtes Risiko, nachfolgend eine Gürtelrose zu entwickeln.

Erhöht war das Risiko vor allem in den ersten beiden Jahren nach der Krebsdiagnose, es nahm mit steigendem Lebensalter wieder ab. Jüngere Krebspatienten hatten also ein höheres Risiko für Herpes zoster als ältere. Bei Krebspatienten müsse offenbar, so die Studienautoren, immer auch an die Möglichkeit einer Gürtelrose gedacht und frühzeitig mit einer antiviralen Therapie begonnen werden. Auch eine frühe Impfung könne eventuell Abhilfe schaffen, wobei hierzu noch weitere Studien notwendig sind. 

 

Quelle:

Hansson, E. et al.: Herpes zoster risk after 21 specific cancers: population-based case–control study. British Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 2. Mai 2017, doi: 10.1038/bjc.2017.124

 

(kvk)

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    Aktualisiert am: 23.09.2017 20:56