Erhaltungstherapie nach Chemotherapie bei fortgeschrittenem Gebärmutterkörperkrebs?

Nachricht vom 18.09.2023

Angaben zum Autor und Erstelldatum finden Sie am Ende des Beitrages.

In manchen Fällen bringt es offenbar einen Überlebensvorteil, wenn nach Ansprechen auf die Chemotherapie noch ein Exportin-1-hemmender Wirkstoff eingesetzt wird.

Wenn Gebärmutterkörperkrebs bereits weit fortgeschritten ist oder nach einer Therapie wiederkehrt, kann eine Chemotherapie die Erkrankung oft aufhalten. Anschließend lohnt sich unter Umständen eine Erhaltungstherapie mit einem bestimmten Exportin-1 (XPO-1)-Hemmer. In einer Phase III-Studie konnte eine vielversprechende Wirksamkeit dieser Therapie bei einer speziellen Patientinnengruppe aufgezeigt werden, wie einem Bericht in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology zu entnehmen ist.

Für die Studie wurden 263 Patientinnen ab 18 Jahren gewonnen, die an Gebärmutterkörperkrebs, dem sogenannten Endometriumkarzinom, erkrankt waren. Bei allen war der Tumor bereits fortgeschritten oder nach zuvor erfolgreicher Therapie zurückgekehrt. Die Teilnehmerinnen erhielten eine Kombinationschemotherapie und sprachen darauf teilweise oder komplett an. Anschließend erhielten sie, nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, entweder eine Erhaltungstherapie mit dem XPO-1-Hemmer oder ein Scheinmedikament (Placebo).

Für die Gesamtgruppe zeigte sich kein signifikanter Überlebensvorteil durch die Erhaltungstherapie mit dem XPO-1-Hemmer. Jedoch konnte in vorab zusammengefassten Gruppen ein solcher festgestellt werden. Demnach hatten Patientinnen, die keine Veränderung im Tumorsuppressorgen p53, also einen sogenannten „TP53-Wildtyp-Tumor“ aufwiesen, unter der Erhaltungstherapie ein signifikant besseres Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, als unter Placebo. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse Grad 3, die mit der Erhaltungstherapie in Verbindung gebracht wurden, waren Übelkeit sowie ein Mangel an weißen Blutzellen und Blutplättchen.

Bestimmte Patientinnen mit fortgeschrittenem Gebärmutterkörperkrebs, nämlich Patientinnen mit einem TP53-Wildtyp-Tumor, können womöglich von der Erhaltungstherapie mit einem XPO-1-Hemmer nach erfolgreicher Chemotherapie profitieren, so die zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse durch die Studienautoren.

 

Quelle:

Vergote I et al. Oral Selinexor as Maintenance Therapy After First-Line Chemotherapy for Advanced or Recurrent Endometrial Cancer. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 5. September 2023, DOI: 10.1200/JCO.22.02906

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 24.02.2024 12:03