Erhaltungstherapie bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs

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Eine Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer verlängert die Zeit, bis wieder Beschwerden auftreten.

Wenn sich Eierstockkrebs bereits in andere Organe ausgebreitet und dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, gebildet hat, ist eine Standardbehandlung die Chemotherapie. Doch auch wenn die Tumoren oft zunächst gut darauf ansprechen, kommt es im weiteren Verlauf häufig zu einem Rückfall. Dann kann offenbar eine Erhaltungstherapie mit einem sogenannte PARP-Hemmer die Krankheit für längere Zeit stoppen, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology berichteten.

PARP-Hemmer blockieren das Enzym Poly-ADP-Ribose-Polymerase und verhindern dadurch, dass Krebszellen Schäden an der DNA, dem Erbgut der Zellen reparieren, die eine Chemotherapie zuvor ausgelöst hat. An der Studie nahmen 553 Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs teil, der nach einer Chemotherapie zurückgekehrt war. Sie erhielten entweder eine Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer oder die sonst übliche Routinebetreuung. 

Tatsächlich profitierten die Patientinnen von der Erhaltungstherapie mit dem PARP-Hemmer – die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, verlängerte sich. Gegenüber der normalen Standardbetreuung verlängerte sich die Zeit, bis wieder Symptome oder Beschwerden auftraten, um rund eineinhalb bis knapp drei Jahre und damit um das Zwei- bis Vierfache.

Nach Ansicht der Studienautoren bringe die Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs einen deutlichen Vorteil – die Zeit, bis wieder Beschwerden auftreten, könne verlängert werden, was vermutlich mit einem Gewinn an Lebensqualität einhergehe. 

 

Quelle:

Matulonis UA et al. Niraparib Maintenance Treatment Improves Time Without Symptoms or Toxicity (TWiST) Versus Routine Surveillance in Recurrent Ovarian Cancer: A TWiST Analysis of the ENGOT-OV16/NOVA Trial. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 16. September 2019, DOI https://doi.org/10.1200/JCO.19.00917

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 14.10.2019 16:43