Erhaltungstherapie bei fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs

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Einbußen in der Lebensqualität sind dadurch nicht zu befürchten, und gleichzeitig kann die Therapie die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschreitet, hinauszögern.

Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs, der bereits in anderen Organen Metastasen gebildet hat, erleben im Krankheitsverlauf, auch infolge der aggressiven Therapien oft deutliche Einbußen in ihrer Lebensqualität. Ein neuer Wirkstoff, ein sogenannter PARP-Hemmer, der in einer Erhaltungstherapie die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschreitet, verlängern kann, beeinträchtigt die Lebensqualität offenbar nicht, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Annals of Oncology berichten.

PARP-Hemmer blockieren das Enzym Poly-ADP-Ribose-Polymerase, welches für die Reparatur von Brüchen im Erbgut, der DNA von Zellen, verantwortlich ist. Solche Reparaturen stabilisieren die DNA in den Zellen und verhindern, dass sie aufgrund von DNA-Schäden absterben. In gesunden Körperzellen kann, wenn es zu einem Ausfall von PARP und damit vermehrt zu Strangbrüchen kommt, ein anderes Reparatursystem, die sogenannte homologe Rekombinationsreparatur (HRR), in die Bresche springen. Bei bestimmten bösartigen Tumoren ist HRR jedoch defekt, wodurch die Krebszellen bei einer PARP-Hemmung zugrunde gehen.

An der Studie nahmen 154 Patienten teil, die an metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs litten. Bei allen war eine Veränderung (Mutation) in einem der sogenannten Brustkrebsgene BRCA1 oder 2 festgestellt worden, weshalb sie für eine Behandlung mit einem PARP-Hemmer in Frage kamen. Nach einer Erstbehandlung mit einer Platin-basierten Chemotherapie war die Krankheit nicht weiter vorangeschritten. Nun erhielten sie entweder eine Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer oder ein Scheinmedikament (Placebo).

Eine erste Auswertung der Überlebensdaten hatte ergeben, dass infolge der Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, verlängert werden konnte (s. Meldung DKG vom 15.07.2019). In der Lebensqualität erlitten die damit behandelten Patienten gegenüber den mit Placebo Behandelten keine Einbußen: Obwohl die PARP-Hemmertherapie eine effiziente Krebstherapie ist und potenziell Nebenwirkungen verursachen kann, verschlechterte sich die Lebensqualität darunter im Vergleich zu Placebo nicht. 

Nach Ansicht der Studienautoren unterstreiche dieses Ergebnis, dass ein Einsatz einer PARP-Hemmer-Erhaltungstherapie bei Patienten mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs und BRCA1- und/oder 2-Mutation, bei denen die Krankheit nach einer ersten Chemotherapie zunächst nicht weiter voranschreitet, sinnvoll sein kann.

 

Quelle:

Hammel P et al. Health-related quality of life in patients with a germline BRCA mutation and metastatic pancreatic cancer receiving maintenance olaparib. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 28. September 2019, https://doi.org/10.1093/annonc/mdz406

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 14.10.2019 16:43