Erhaltungstherapie bei akuter myeloischer Leukämie?

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Kann unter bestimmten Bedingungen womöglich das Rückfallrisiko nach einer allogenen Stammzelltransplantation senken.

Auch nach einer zunächst erfolgreichen allogenen Stammzelltransplantation, bei der gesunde Blutzellen eines Spenders übertragen werden, kann es bei akuter myeloischer Leukämie (AML) zu einem Rückfall kommen. Dies gilt im Besonderen für Patienten, bei denen in den Leukämiezellen eine genetische Veränderung (Mutation) im FMS-like-Tyrosinkinase 3-Gen (FLT3-ITD) vorliegt. Womöglich könnte eine Erhaltungstherapie mit einem bestimmten Multikinasehemmer nach der Stammzelltransplantation das Rückfallrisiko verringern, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology berichteten.

An der Studie nahmen 83 erwachsene Patienten teil, die wegen einer FLT3-ITD–positiven AML eine allogene Stammzelltransplantation erhalten hatten. Bei allen bestand nach der Transplantation eine komplette Remission, d.h. Leukämiezellen waren zunächst nicht mehr nachweisbar. Die Teilnehmer erhielten entweder 24 Monate lang eine Erhaltungstherapie mit einem Multikinasehemmer oder ein Scheinmedikament (Placebo).

Im Beobachtungszeitraum von rund dreieinhalb Jahren traten in der Erhaltungstherapiegruppe deutlich weniger Rückfälle und Sterbefälle als in der Placebogruppe auf. Die Wahrscheinlichkeit, nach zwei Jahren noch rückfallfrei zu sein, betrug in der Placebogruppe rund 53 Prozent, in der Erhaltungstherapiegruppe 85 Prozent. Besonders profitierten die Patienten, bei denen nach der Stammzelltransplantation noch minimale Restkrankheit nachweisbar war.

Offenbar, so die Studienautoren, könne eine Erhaltungstherapie mit einem Multikinasehemmer nach der allogenen Stammzelltransplantation die Aussichten von Patienten mit akuter myeloischer Leukämie mit FLT3-ITD-Mutation verbessern.

 

Quelle:

Burchert A et al. Sorafenib Maintenance After Allogeneic Hematopoietic Stem Cell Transplantation for Acute Myeloid Leukemia With FLT3–Internal Tandem Duplication Mutation (SORMAIN). Journal of Clinical Oncology 2020, 38(26):2993-3002

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 30.09.2020 21:26