Erblich bedingter Brustkrebs

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Breitet sich oft ins Zentrale Nervensystem aus.

Wenn bei Patientinnen mit erblich bedingtem, auf eine BRCA1- oder BRCA2-Mutation zurückgehenden Brustkrebs der Tumor nicht rechtzeitig bekämpft werden kann, breitet er sich bevorzugt in das Zentrale Nervensystem (ZNS) aus. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer.

Erblich bedingte, BRCA1- oder BRCA2-assoziierte Brusttumoren unterscheiden sich in verschiedenen Eigenschaften deutlich voneinander. Während BRCA1-bedingte Tumoren oft unempfindlich gegenüber der Wirkung weiblicher Geschlechtshormone (Hormonrezeptor-negativ) sind und kein HER2 auf ihrer Oberfläche ausbilden („triple-negative“ Tumoren), reagieren die BRCA2-assoziierten Tumoren zum Beispiel nicht selten auf die Wirkung von Östrogenen (Östrogenrezeptor-positiv). Dies hat, so die Vermutung der Wissenschaftler, auch Auswirkungen auf die Art und Weise, wie und wohin sich die Tumoren in den Körper ausbreiten und Metastasen oder nach zunächst erfolgreicher Therapie Rückfälle bilden.

In die vorliegende Analyse flossen die Daten von 30 Brustkrebspatientinnen mit BRCA1-Mutation, 32 Brustkrebspatientinnen mit BRCA2-Mutation und 270 Brustkrebspatientinnen ohne BRCA-Mutation ein. Bei nahezu drei Viertel der BRCA1-Mutationsträgerinnen handelte es sich um triple-negativen Brustkrebs, während fast drei Viertel der BRCA2-Mutationsträgerinnen einen Hormonrezeptor-positiven Tumor aufwiesen. Die BRCA1-Mutationsträgerinnen erlebten häufig eine Metastasierung in entfernte Lymphknoten und in die Lunge, bei den BRCA2-Mutationsträgerinnen und den Patientinnen ohne BRCA-Mutation breiteten sich die Tumoren häufig in die Knochen aus.

Sowohl bei BRCA1- als auch bei BRCA2-Mutationsträgerinnen kam es außerdem häufig zu Metastasen im ZNS, also dem Gehirn oder Rückenmark: Bei jeweils rund der Hälfte der Patientinnen mit BRCA-Mutation im Vergleich zu einem Viertel bei den Patientinnen ohne BRCA-Mutation. Signifikant war dies in der statistischen Analyse allerdings nur bei den BRCA2-Mutationsträgerinnen. Eine Metastasierung ins ZNS war auch mit einer ungünstigeren Prognose verbunden.

 

Quelle:

Song Y et al. Patterns of Recurrence and Metastasis in BRCA1/BRCA2-Associated Breast Cancers. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 3. Oktober 2019, DOI: 10.1002/cncr.32540

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

 

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 27.11.2020 19:40