Enzymhemmung bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs

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Unter bestimmten Umständen wirkt bei weit fortgeschrittenem Lungenkrebs eine zielgerichtete Therapie mit einem sogenannten ALK-Hemmer. Hierfür steht nun ein weiterer Wirkstoff zur Verfügung, der offenbar sogar dann noch wirkt, wenn eine erste Therapie versagt hat.

Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs können unter bestimmten Umständen wirkungsvoll mit einer zielgerichteten Therapie mit dem sogenannten ALK-Hemmer Crizotinib und platinhaltiger Chemotherapie behandelt werden. Wenn diese Therapie versagt, steht mit einem ALK-Hemmer der zweiten Generation eine weitere Option zur Verfügung, Ceritinib. Die damit Behandelten können den Ergebnissen einer Phase III-Studie in der Fachzeitschrift Lancet Oncology zufolge profitieren.

Ein kleiner Teil der nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome wird in seinem Wachstum durch ein Enzym vorangetrieben, die sogenannte anaplastische Lymphom-Kinase (ALK). Wird sie mithilfe des ALK-Blockers Crizotinib gehemmt, können diese Tumoren vorübergehend nicht mehr wachsen, wodurch die Patienten Lebenszeit gewinnen. Allerdings beginnt der Tumor früher oder später erneut zu wachsen, die therapeutischen Möglichkeiten sind dann praktisch ausgeschöpft. Die ALK-Hemmung funktioniert zudem nur bei Tumoren, die sich als ALK-positiv erweisen, bei denen das Enzym ALK also tatsächlich eine entscheidende Rolle für das Wachstum spielt.

An der aktuell publizierten Studie nahmen 231 Patienten mit ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom im lokal weit fortgeschrittenen Stadium IIIB oder metastasierten Stadium IV teil. Alle hatten sich zuvor mindestens einer platinhaltigen Chemotherapie und der Therapie mit Crizotinib unterzogen, bei der ihr Tumor nach geraumer Zeit weiter voranschritt. Nun erhielten sie entweder den neuen ALK-Blocker Ceritinib oder eine weitere Chemotherapie.

Unter der Therapie mit Ceritinib konnte im Vergleich zur Chemotherapie die krankheitsfreie Zeit um mehrere Monate verlängert werden. Unter der Chemotherapie dauerte es ca. eineinhalb Monate, bis die Krankheit bei der Hälfte der Patienten weiter voranschritt, unter Ceritinib geschah dies nach fünfeinhalb Monaten. Schwere Nebenwirkungen traten unter Ceritinib häufiger auf, jedoch wurde die Behandlung deshalb nicht häufiger als bei Chemotherapie abgebrochen.

Die Studienergebnisse bestätigten nach Ansicht der Autoren, dass der neue ALK-Hemmer Ceritinib bei Patienten mit ALK-positivem, weit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs eine wirkungsvolle Therapieoption sein kann, wenn Crizotinib nicht mehr ausreichend wirkt. 

 

Quelle:

Shaw, A. T. et al.: Ceritinib versus chemotherapy in patients with ALK-rearranged non-small-cell lung cancer previously given chemotherapy and crizotinib (ASCEND-5): a randomised, controlled, open-label, phase 3 trial. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 8. Juni 2017, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(17)30339-X 

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18