Enddarmkrebs: Vor der Operation bestrahlen?

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Die Gefahr lokaler Rückfälle kann damit offenbar gesenkt werden. Problematisch bleibt jedoch die Ausbreitungstendenz in andere Organe.

Eine unterstützende, sogenannte neoadjuvante Strahlentherapie vor der Operation kann bei Patienten mit operablem Enddarmkrebs die lokale Rückfallgefahr senken. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Acta Oncologica.

Die Forscher analysierten die Daten von Patienten, die an einem Adenokarzinom des Enddarms erkrankt waren und in den Jahren 2008 bis 2012 an einem spezialisierten Zentrum operiert wurden. 240 Patienten wurden ausschließlich operiert, 90 erhielten zusätzlich im Vorfeld des chirurgischen Eingriffs, also neoadjuvant, eine kurze Strahlentherapie, 91 eine Chemostrahlentherapie. 

Nach fünf Jahren waren in der Gruppe der mit neoadjuvanter Strahlentherapie Behandelten mit Abstand die wenigsten lokalen Rückfälle aufgetreten. Allerdings wiesen diese Patienten die wiederum höchste Rate an Tochtergeschwülsten (Metastasen) in anderen Organen auf. Hinsichtlich des Gesamtüberlebens gab es zwischen den drei Behandlungsgruppen keine signifikanten Unterschiede.

Offenbar, so die Studienautoren, eigne sich die neoadjuvante Strahlentherapie vor der Operation dazu, die lokale Rückfallgefahr bei Enddarmkrebs zu senken. Nicht jedoch könne sie das Risiko für Metastasen in anderen Organen senken. Hierfür müssten andere (neoadjuvante, also vor der Operation, oder adjuvante, also nach der Operation) Therapiekonzepte entwickelt werden.

 

Quelle:

Banwell V C et al. Five-year oncological outcomes after selective neoadjuvant radiotherapy for resectable rectal cancer. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 25. Juni 2019, https://doi.org/10.1080/0284186X.2019.1631473

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 21.07.2019 21:37