Enddarmkrebs: Strahlentherapie, um Beschwerden zu lindern

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Eine palliative Bestrahlung des Beckens kann bei Patienten mit fortgeschrittenem Enddarmkrebs Symptome lindern und ist weitgehend verträglich.

Bei Patienten mit Enddarmkrebs (Rektumkarzinom), der sich lokal schon so stark ausgebreitet hat, dass er nicht mehr heilbar ist, kann eine palliative Strahlentherapie des Beckens Beschwerden deutlich lindern. Das beschreiben Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Acta Oncologica.

Die Forscher werteten die Daten von 51 Patienten aus, die infolge eines lokal fortgeschrittenen oder nach zunächst erfolgreicher Therapie wiedergekehrten Enddarmtumors Beschwerden hatten und deshalb eine Beckenbestrahlung erhielten. Bei den Beschwerden handelte es sich vorrangig um Schmerzen, Probleme bei der Stuhlentleerung und blutige Stühle. Die Patienten erhielten eine Bestrahlung in mehreren Sitzungen mit jeweils 3 Gy bis zu insgesamt 30-39 Gy. 

18 Patienten konnten nicht bis zum Ende der Studie begleitet werden, die meisten davon, weil sich ihr Gesundheitszustand deutlich verschlechterte. Von den übrigen hatten zwölf Wochen nach Abschluss der Therapie 85 Prozent auf die Behandlung angesprochen: Bestehende Schmerzen konnten bei 77 Prozent von ihnen gelindert werden, Probleme bei der Stuhlentleerung besserten sich bei neun von zehn Patienten, die blutigen Stühle verschwanden bei allen acht Patienten, die davon betroffen waren. Aber auch andere Beschwerden, die nicht das ursprüngliche Ziel der Behandlung gewesen waren, verschwanden infolge der Strahlentherapie. Schwerwiegende Nebenwirkungen Grad 4 traten nicht auf, die Lebensqualität der Patienten blieb stabil. Die Hälfte der Patienten lebte nach der Strahlentherapie noch neun Monate oder länger.

Die Ergebnisse zeigten, dass eine palliative Bestrahlung des Beckens bei nicht heilbarem Enddarmkrebs Beschwerden lindern kann, ohne selbst zu starke Nebenwirkungen zu verursachen, so das Fazit der Studienautoren. Langfristige Folgen der Bestrahlung seien eher nicht zu befürchten, da diese Behandlung nur bei Patienten mit weit fortgeschrittenen Tumoren und einer dadurch deutlich eingeschränkten Lebenserwartung eingesetzt werde. Nun müssten weitere Studien durchgeführt werden, um eine Vereinfachung der palliativen Strahlentherapie in dieser Situation zu erreichen.

 

Quelle:

Camerona, M. G. et al.: Palliative pelvic radiotherapy for symptomatic rectal cancer – a prospective multicenter study. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 22. Juni 2016, DOI:10.1080/0284186X.2016.1191666

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.11.2017 17:21