Enddarmkrebs: Chemostrahlentherapie vor der Operation auch im Alter von Vorteil

Nachricht vom 08.10.2022

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Auch ältere Patienten mit lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs profitieren von einer neoadjuvanten Chemostrahlentherapie.

Auch ältere Patienten jenseits der 80 Jahre, die an lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs erkrankt sind, profitieren davon, wenn sie vor der Operation eine unterstützende, neoadjuvante Chemostrahlentherapie erhalten. Das geht aus den Ergebnissen einer Kohortenstudie hervor, die in der Fachzeitschrift JAMA Surgery veröffentlicht wurden.

In der Studie wurden die Daten von 3.868 Patienten mit lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs ausgewertet, die die 80 Jahre bereits überschritten hatten. Alle unterzogen sich einer Operation. Knapp 59 Prozent von ihnen erhielten zuvor noch eine neoadjuvante Chemostrahlentherapie.

Die zusätzliche neoadjuvante Therapie zahlte sich aus: Die Raten des Gesamtüberlebens nach drei und fünf Jahren waren signifikant besser als bei einer alleinigen Operation und auch besser als bei Operation und anschließender unterstützender, adjuvanter Chemo- oder Strahlentherapie. Nach der neoadjuvanten Chemostrahlentherapie konnte bei mehr Patienten das Tumorgewebe operativ vollständig entfernt werden. Außerdem sank das Sterberisiko an der Erkrankung um ein Viertel im Vergleich zu den anderen Therapieoptionen.

Nur etwa vier von zehn Patienten jenseits der 80 Jahre erhalten nach Angaben der Studienautoren die Standardtherapie, zu der auch eine neoadjuvante Chemostrahlentherapie gehört. Doch profitieren auch die älteren Patienten mit lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs mit besseren Überlebenschancen davon. Im Einzelfall sollte deshalb gemeinsam mit den Patienten entschieden werden, ob eine solche Therapie in Frage kommt oder nicht.

 

Quelle:

Nassoiy S et al. Treatment Utilization and Outcomes for Locally Advanced Rectal Cancer in Older Patients. JAMA Surgery, Onlinevorabveröffentlichtung am 28. September 2022, doi:10.1001/jamasurg.2022.4456

 

(KvK)

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