Enddarmkrebs: Biomarker für Rückfallrisiko

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Im Blut zirkulierende zellfreie DNA zeigt bei lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs offenbar die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall nach Chemostrahlentherapie und Operation an.

Patienten mit lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) profitieren von einer unterstützenden, sogenannten neoadjuvanten Chemostrahlentherapie vor der Operation. Doch bilden sich bei rund einem Viertel der Patienten trotzdem im Laufe der Zeit Tochtergeschwülste, sogenannte Fernmetastasen, in anderen Organen. Nun präsentierten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Annals of Oncology Studienergebnisse, die auf im Blut zirkulierende zellfreie DNA als Marker für ein erhöhtes Rückfallrisiko hindeuten.

In zwei Studien waren 123 Patienten mit lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs einbezogen worden, die vor der Operation eine neoadjuvante Chemostrahlentherapie erhalten hatten. Sie wurden 55 Monate und länger beobachtet. Knapp ein Drittel (31 Prozent) erlebten einen lokalen Rückfall oder Metastasen in anderen Organen. Häufiger als andere waren Patienten mit großen Mengen im Blut zirkulierender zellfreier DNA betroffen. Auch traten bei diesen Patienten die Rückfälle früher auf als bei denen mit niedrigen Mengen zirkulierender zellfreier DNA. 

Nach Ansicht der Studienautoren könne bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs, die mit neoadjuvanter Chemostrahlentherapie gefolgt von einer Operation behandelt werden, die im Blut zirkulierende zellfreie DNA als Biomarker für das Rückfallrisiko herangezogen werden. Dies erlaube es, Patienten mit erhöhtem Risiko besondere Aufmerksamkeit zu widmen und gegebenenfalls weiteren Therapien zuzuführen.

 

Quelle:

Schou J V et al. Circulating cell-free DNA as predictor of treatment failure after neo-adjuvant chemo-radiotherapy before surgery in patients with locally advanced rectal cancer. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 15. Dezember 2017, https://doi.org/10.1093/annonc/mdx778

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 16.01.2018 16:09