Einzelne Metastasen bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs

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Eine lokale Behandlung mit Strahlentherapie wird angestrebt und kann die Überlebensaussichten verbessern.

Noch immer wird Lungenkrebs oft erst in einem späteren Stadium diagnostiziert, wenn sich der Tumor bereits mit Tochtergeschwülsten (Metastasen) in andere Organe ausgebreitet hat. Bis vor kurzem wurde dann oft nur noch bei Symptomen behandelt, damit die Patienten keine Beschwerden erleiden müssen und die Lebensqualität erhalten bleibt. Doch inzwischen ist bekannt, dass in den Fällen, in denen nur wenige Metastasen vorliegen, eine radikale lokale Therapie lohnen kann (Fachzeitschrift InFo Hämatologie + Onkologie).

Mediziner sprechen beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs von einer Oligometastasierung, wenn nicht mehr als fünf Metastasen in nicht mehr als drei Organen vorliegen. Oligometastasierung wird inzwischen als eigene Krankheitsentität betrachtet, bei der eine andere Behandlung vorgenommen werden muss, als bei Vorliegen vieler Metastasen. 

Wie sich herausstellte, haben Patienten mit Oligometastasierung bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs bessere Überlebensaussichten, wenn sie eine radikale lokale Therapie erhalten. Gute Ergebnisse wurden mit der stereotaktischen Strahlentherapie erzielt. Wie die Therapie im Einzelnen aussieht, hängt wesentlich davon ab, wie viele Metastasen vorhanden sind. Patienten mit einer einzelnen Metastase sollten sich einer Kombination aus lokaler Therapie und systemischer, also im ganzen Körper wirkender Therapie unterziehen. Bei Patienten mit bis zu drei Metastasen wird zunächst eine systemische Therapie empfohlen. Spricht der Tumor darauf an, kann eine lokale Therapie, etwa eine Strahlentherapie, angeschlossen werden. Dabei richtet sich die lokale Therapie sowohl gegen den ursprünglichen Tumor als auch gegen die Metastasen in anderen Organen.

Bei der stereotaktischen Strahlentherapie kann das Tumorgewebe gezielt mit hohen Strahlendosen bestrahlt werden, ohne dass das umliegende gesunde Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird. Bei Lungenkrebs mit Oligometastasierung lässt sich damit in vielen Fällen eine gute lokale Kontrolle erreichen. Dies kann das Überleben verlängern und dazu beitragen, notwendige systemische Therapien hinauszuzögern.

 

Quelle:

Schanne D & Andratschke N et al. Lungenkarzinom. Strahlentherapie bei limitierter Metastasierung. InFo Hämatologie + Onkologie 2019, 22 (11):56-64

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 11.12.2019 18:21