Einmal Melanom, häufiger Melanom?

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Nach einer ersten Erkrankung an schwarzem Hautkrebs haben die Betroffenen ein erhöhtes Risiko für weitere Melanome – egal, ob die Gene für die Krankheit verantwortlich sind oder nicht

Wer bereits einmal oder mehrfach an schwarzem Hautkrebs, dem sogenannten malignen Melanom, litt, hat ein erhöhtes Risiko, erneut daran zu erkranken. Bei Personen, bei denen die Neigung zur Krankheit in den Genen liegt, also eine familiäre Disposition besteht, war dieser Befund einer internationalen Forschergruppe nicht unerwartet. Doch wie die Wissenschaftler im Amerikanischen Ärzteblatt JAMA Dermatology berichteten, trifft dies offenbar auch für Personen mit spontan entstandenen Hautmelanomen ohne familiären Hintergrund zu.

Die Forscher stützten sich auf Daten aus dem schwedischen Krebsregister. Von rund 65.500 Patienten mit einem Melanom, die dort erfasst worden waren, wurde der weitere Gesundheitsverlauf ausgewertet.

Egal, ob eine familiäre Vorgeschichte mit schwarzem Hautkrebs vorlag oder ob es sich um spontane Tumoren handelte – die Betroffenen hatten insgesamt ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko, weitere Melanome zu entwickeln. Eine Ausnahme waren Patienten mit familiär bedingtem Melanom, wenn sie bei der Diagnose ihres ersten Melanoms jünger als 40 Jahre gewesen waren. Hier stieg das Risiko innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Erstdiagnose sogar bis auf das 19-Fache an. Doch auch junge Patienten mit sporadischem Melanom (jünger als 40 Jahre bei der Erstdiagnose) waren besonders gefährdet: Ihr Risiko war im ersten Jahr nach der Erstdiagnose um das Fünffache erhöht und blieb danach zwei- bis dreifach höher als in der Allgemeinbevölkerung. Dieser Befund, so die Studienautoren, sei vermutlich wesentlich auf das Sonnenverhalten der Betroffenen zurückzuführen.

Vor allem jüngere Patienten mit schwarzem Hautkrebs sollten deshalb besonders umsichtig im Umgang mit der Sonne als dem wichtigsten Risikofaktor für die Krankheit sein. Den Patienten mit familiärer Vorgeschichte, die bei der Diagnose ihres Melanoms jünger als 40 Jahre sind, empfehlen die Studienautoren zudem, einen genetischen Test in Erwägung zu ziehen, um ihr individuelles Risiko für weitere Tumoren genauer abschätzen zu können. 

 

Quelle:

Chen, T. et al.: Risk of Next Melanoma in Patients With Familial and Sporadic Melanoma by Number of Previous Melanomas. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 11. Februar 2015, doi:10.1001/jamadermatol.2014.4777

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.05.2017 17:55