Eierstockkrebs: Wenn der Tumor trotz Chemotherapie zurückkehrt

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Bei Patientinnen mit BRCA 1/2-Mutation, die nach mehreren Chemotherapien einen Rückfall erleiden, kann eine Erhaltungstherapie mit einem sogenannten PARP-Hemmer die Krankheit längere Zeit zum Stillstand bringen.

Wenn Eierstockkrebs nach mehreren Chemotherapien wiederkehrt, kann eine längere Therapie mit Olaparib lohnen, einem sogenannten Poly(ADP-Ribose)-Polymerase(PARP)-Hemmer. Wissenschaftler untersuchten die Wirksamkeit dieser Erhaltungstherapie bei Patientinnen, die Veränderungen in den Brustkrebsgenen BRCA1/2 aufwiesen und deshalb auch eine erhöhte Neigung für Eierstockkrebs hatten. Über die Ergebnisse der Studie berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift Lancet Oncology.

An der Studie hatten 295 Patientinnen ab 18 Jahren teilgenommen, die an hochgradigem serösem Eierstockkrebs oder einem hochgradigen endometrioiden Karzinom im Eierstock erkrankt waren, darunter auch ursprünglich Bauchfell- oder Eileiterkrebs. Bei allen Patientinnen waren Veränderungen, sogenannte Mutationen, in den BRCA1/2-Genen festgestellt worden, die das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs erhöhen. Die Teilnehmerinnen hatten nach mindestens zwei vorangegangenen Chemotherapien einen Rückfall erlitten. Sie erhielten nun entweder eine Erhaltungstherapie mit dem PARP-Hemmer Olaparib oder ein Scheinmedikament (Placebo).

Unter der Behandlung mit Olaparib blieben die Patientinnen länger krankheitsfrei als unter Placebo – bei der Hälfte der Patientinnen unter Olaparib dauerte es 19 Monate und länger, bis die Krankheit weiter voranschritt, bei der Hälfte der Patientinnen unter Placebo fünfeinhalb Monate und länger.

Nebenwirkungsfrei war die Behandlung mit Olaparib nicht, am häufigsten traten Blutarmut (Anämie), chronische Erschöpfung (Fatigue) und ein Mangel an weißen Blutkörperchen (Neutropenie) auf. Eine Patientin entwickelte eine akute myeloische Leukämie und verstarb daran.

Fazit der Studienautoren

In dieser Studie erwies sich eine Erhaltungstherapie mit dem PARP-Hemmer Olaparib bei Patientinnen mit BRCA 1/2-Muation und wiederkehrendem Eierstockkrebs nach Chemotherapie als wirkungsvoll und konnte die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, gegenüber Placebo fast vervierfachen. In den meisten Fällen ließen sich die auftretenden Nebenwirkungen gut beherrschen, sodass die Lebensqualität der Patientinnen nicht litt. 

 

Quelle:

Pujade-Lauraine, E. et al.: Olaparib tablets as maintenance therapy in patients with platinum-sensitive, relapsed ovarian cancer and a BRCA1/2 mutation (SOLO2/ENGOT-Ov21): a double-blind, randomised, placebo-controlled, phase 3 trial. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 25. Juli 2017, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(17)30469-2

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.11.2017 15:51