Eierstockkrebs: Die Blutversorgung des Tumors stoppen

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Ein neuer Wirkstoff kann in Verbindung mit Chemotherapie das weitere Tumorwachstum vorübergehend stoppen

Bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs, der sich bereits über seinen Entstehungsort hinaus in Lymphknoten und/oder andere Organe ausgebreitet hat, kann der Tumor mit zielgerichteten Therapien „ausgehungert“ werden. Ein neuer Wirkstoff, der auf verschiedenen Wegen zielgerichtet die Blutversorgung des Tumors unterbindet, das sogenannte Nintedanib, kann, wenn es zusätzlich zur Chemotherapie eingesetzt wird, Überlebensvorteile bringen. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift The Lancet Oncology.

An der Studie nahmen Patientinnen mit Eierstockkrebs im Stadium IIB bis IV teil. Alle waren operiert worden und hatten zuvor noch keine Chemotherapie erhalten. Nun wurden sie mit der Standardchemotherapie aus Carboplatin und Paclitaxel in Kombination mit dem Angiogenesehemmer Nintedanib oder einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt.

Infolge der zusätzlichen Therapie mit Nintedanib konnte im Vergleich zu Placebo die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, signifikant verlängert werden. Allerdings traten häufiger Nebenwirkungen auf, wobei vor allem der Verdauungstrakt (z.B. Durchfall) und das blutbildende System (Blutarmut, Mangel an weißen Blutzellen und Blutplättchen) betroffen waren. 

Nach Ansicht der Studienautoren kann eine Kombination von Chemotherapie und Antiangiogenese mit Nintedanib das Tumorleiden vorübergehend aufhalten. In weiteren Studien müsse untersucht werden, welche Patientinnen mit Eierstockkrebs von der Behandlung besonders profitieren und wie die Therapie schonend eingesetzt werden kann.

 

Quelle:

du Bois, A. et al.: Standard first-line chemotherapy with or without nintedanib for advanced ovarian cancer (AGO-OVAR 12): a randomised, double-blind, placebo-controlled phase 3 trial. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung 15. November 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(15)00366-6

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 23.11.2017 22:18