Eierstockkrebs: Das Voranschreiten der Krankheit aufhalten

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Dafür lohnt sich nach der Operation und Chemotherapie offenbar eine Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer.

Wenn Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs mit einer Operation und unterstützenden platinbasierten Chemotherapie behandelt worden sind, besteht vor allem in den ersten drei Jahren ein nicht unerhebliches Risiko für einen Krankheitsrückfall. Womöglich kann in dieser Situation eine Erhaltungstherapie mit dem PARP-Hemmer Olaparib Vorteile bringen. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine hervor.

An der aktuellen Studie nahmen 391 Patientinnen ab 18 Jahren mit neu diagnostiziertem fortgeschrittenem Eierstockkrebs im Stadium III oder IV teil, die eine Mutation in den Brustkrebsgenen BRCA1 und/oder BRCA2 aufwiesen. Einige von ihnen waren, nachdem die Diagnose gestellt worden war, zunächst operiert worden. Alle Teilnehmerinnen hatten zudem teilweise oder vollständig auf eine platinbasierte Chemotherapie angesprochen. Sie erhielten nun entweder eine Erhaltungstherapie mit Olaparib oder ein Scheinmedikament (Placebo). 

Nach einer Beobachtungszeit von rund dreieinhalb Jahren war das Risiko dafür, dass die Krankheit weiter voranschritt oder dass der Tod eintrat, in der Gruppe der mit Olaparib Behandelten um 70 Prozent geringer als in der Placebogruppe. Damit, so die Studienautoren, habe sich gezeigt, dass sich bei Patientinnen mit neu diagnostiziertem Eierstockkrebs und BRCA1- oder BRCA2-Mutation nach der Operation und platinbasierten Chemotherapie eine Erhaltungstherapie mit dem PARP-Hemmer Olaparib auszahlt.

Olaparib hemmt das Enzym PARP, die sogenannte Poly-ADP-Ribose-Polymerase. Es ist eigentlich für die Reparatur von Brüchen im Erbgut, der DNA von Zellen, verantwortlich. Solche Reparaturen stellen die Stabilität der DNA in den Zellen sicher und verhindern, dass die Zellen aufgrund von DNA-Schäden absterben. Wird PARP durch Olaparib gehemmt, ist die Reparatur der Schäden nicht mehr möglich. Davon sind auch gesunde Körperzellen betroffen. Jedoch kann in gesunden Zellen bei einem Ausfall von PARP und damit vermehrten Strangbrüchen ein anderes Reparatursystem, die sogenannte homologe Rekombinationsreparatur (HRR), in die Bresche springen. Bei bösartigen Eierstocktumoren ist dies nicht möglich, weil die HRR defekt ist. Dadurch gehen die Krebszellen bei einer PARP-Hemmung schlussendlich zugrunde.

 

Quelle:

Moore K et al. Maintenance Olaparib in Patients with Newly Diagnosed Advanced Ovarian Cancer. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 21. Oktober 2018, DOI: 10.1056/NEJMoa1810858

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 20.11.2018 14:52