Eierstockkrebs: Chemotherapie vor der Operation in die Bauchhöhle verabreichen

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Dies kann die Krankheit zumindest vorübergehend länger aufhalten als eine herkömmliche neoadjuvante Chemotherapie.

Wenn sich Patientinnen mit Eierstockkrebs vor der Operation einer unterstützenden, sogenannten neoadjuvanten Chemotherapie unterziehen, profitieren sie unter Umständen davon, wenn diese nicht wie auf herkömmliche Weise über eine Vene, sondern direkt in die Bauchhöhle, also intraperitoneal verabreicht wird. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Annals of Oncology.

An der Studie nahmen 275 Frauen mit Eierstockkrebs im Stadium IIB bis IVA teil. Sie unterzogen sich einer platinbasierten neoadjuvanten Chemotherapie, gefolgt von einer Operation. Die Chemotherapie wurde entweder auf herkömmliche Art über die Vene verabreicht oder über eine Infusion in die Bauchhöhle geleitet. Hier ist der Ort, an dem es bei Eierstockkrebs im fortgeschrittenen Stadium oftmals zur Bildung von Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, kommt.

Die intraperitoneale Chemotherapie vor der Operation zahlte sich aus: Nach neun Monaten war die Krankheit signifikant seltener vorangeschritten als nach herkömmlicher Chemotherapie und Operation. Auch war die Zahl schwerer Nebenwirkungen bei intraperitonealer Chemotherapie geringer.

Nach Ansicht der Studienautoren könne die neoadjuvante Chemotherapie in die Bauchhöhle, gefolgt von einer Operation Patientinnen mit Eierstockkrebs Überlebensvorteile bringen.

 

Quelle:

Provencher D M et al. OV21/PETROC: a randomized Gynecologic Cancer Intergroup phase II study of intraperitoneal versus intravenous chemotherapy following neoadjuvant chemotherapy and optimal debulking surgery in epithelial ovarian cancer. Annals of Oncology 2018;29(2):431-8

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.06.2018 21:06