Eierstockkrebs: Borderline-Tumoren mit familiärer Häufung

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Sowohl Borderline-Eierstockkrebs selbst als auch andere Krebsarten kommen bei Patientinnen mit dieser Krankheit überdurchschnittlich häufig vor.

Eierstockkrebs fällt bei vielen erkrankten Frauen erst dann auf, wenn er sich bereits in andere Organe ausgebreitet hat. Eine Sonderstellung nehmen so genannte Borderline-Tumoren ein, die nur wenig bösartig sind. Bei ihnen gibt es offenbar, wie Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention berichteten, eine familiär bedingte Form.

Borderline-Eierstocktumoren weisen zwar die für Krebszellen typischen Veränderungen auf, jedoch werden sie nicht invasiv, breiten sich also nicht über ihren Ursprungsort hinaus in andere Gewebe aus. Sie werden deshalb als Tumoren mit geringem malignem („bösartigem“) Potenzial bezeichnet. Schon Eierstockkrebs als solcher ist selten, Borderline-Tumoren noch einmal mehr, sie machen höchstens ein Viertel aller bösartigen Eierstocktumoren aus. Viel ist deshalb über diese Tumoren und ihre Herkunft bislang nicht bekannt.

In der aktuellen Studie werteten die Forscher die Daten von 16,1 Millionen Schweden aus, unter denen sie 4.199 Fälle von Borderline-Eierstockkrebs festmachten. Sechs von zehn dieser Frauen hatten in der Familie invasive Krebserkrankungen, vor allem Darmkrebs, Eierstockkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Lungenkrebs, Knochenkrebs und Leukämie. Bei knapp einem Prozent der Frauen mit Borderline-Eierstocktumor hatte eine Verwandte ersten Grades ebenfalls einen solchen Tumor. In der statistischen Analyse zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Diagnose von Borderline-Eierstockkrebs bei Verwandten ersten Grades und einem eigenen zweifach erhöhten Risiko für die Krankheit. 

Histologische, also feingewebliche Untersuchungen zeigten darüber hinaus einen Zusammenhang zu seltenen Krebsarten wie Anuskrebs, Schilddrüsenkrebs und Krebs von Hormondrüsen auf. Offenbar, so die Studienautoren, gebe es eine familiäre Verbindung von Borderline-Eierstockkrebs zu anderen Krebsarten und Borderline-Eierstockkrebs selbst. Dem müsse in genetischen Untersuchungen weiter nachgegangen werden.

 

Quelle:

Zheng G et al. BORDERLINE OVARIAN TUMORS SHARE FAMILIAL RISKS WITH ITSELF AND INVASIVE CANCERS. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, Onlinevorabveröffentlichung am 17. Juli 2018, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-18-0503

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.10.2018 16:33