Eierstockkrebs: Blutgerinnsel können auftreten

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Bei fortgeschrittenem klarzelligem Eierstockkrebs besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Thromboembolien. Dies müsse bei der Betreuung der Patientinnen berücksichtigt werden, so eine Studie.

Eine gefürchtete Komplikation von Krebserkrankungen sind Thromboembolien. Hierbei bildet sich in den Venen ein Blutgerinnsel, das, wenn es vom Blutstrom mitgerissen wird, in einem kleineren Blutgefäß beispielsweise der Lunge steckenbleibt, den Blutfluss zu diesem Organ behindert und dadurch eine lebensgefährliche Situation hervorruft. Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer berichteten, besteht bei klarzelligem Eierstockkrebs ein besonders hohes Risiko für Thromboembolien, weshalb große Vorsicht geboten ist.

Die Forscher werteten die Daten von Patientinnen mit unterschiedlichen Arten von Eierstockkrebs aus: klarzelligen Karzinomen und serösen Karzinomen. Patientinnen mit fortgeschrittenem klarzelligem Eierstockkrebs erlebten mit Abstand am häufigsten eine Thromboembolie. Seltener traten solche Ereignisse bei klarzelligem Eierstockkrebs im Frühstadium und bei serösem Eierstockkrebs im Früh- oder Spätstadium auf. Eine Rolle spielte dabei offenbar ein bestimmter Blutwert: das sogenannte Interleukin-6. War es bei fortgeschrittenem klarzelligem Eierstockkrebs erhöht, bestand eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Thromboembolie.

Auf die Prognose wirkte sich eine Thromboembolie ungünstig aus: Das Gesamtüberleben und die Rate derer, die, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, leben konnten, waren geringer als bei Patientinnen, die keine Thromboembolie erlebten. Die Studienautoren empfehlen, das deutlich erhöhte Risiko für eine Thromboembolie bei fortgeschrittenem klarzelligem Eierstockkrebs bei der medizinischen Betreuung der Patientinnen unbedingt zu berücksichtigen.

 

Quelle:

Matsuo, K. et al.: Venous thromboembolism, interleukin-6 and survival outcomes in patients with advanced ovarian clear cell carcinoma. European Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 31. Juli 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.ejca.2015.07.012

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07