Eierstockkrebs als Folge der Hormonersatztherapie in den Wechseljahren

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Das Risiko für Eierstockkrebs steigt, wenn eine Hormonersatztherapie gegen Wechseljahresbeschwerden durchgeführt wird – unabhängig davon, wie lange die Therapie dauert und welche Hormone eingenommen werden

Viel wurde in der jüngeren Vergangenheit über einen möglichen Zusammenhang von Hormonersatztherapie in den Wechseljahren und gynäkologischen Krebserkrankungen geforscht – nun ist mit einer neuen Veröffentlichung in der Fachzeitschrift The Lancet ein Puzzlesteinchen hinzugekommen. Demnach bestätigte sich in einer zusammenfassenden Analyse von insgesamt 52 epidemiologischen Studien ein ursächlicher Zusammenhang zwischen langjähriger Hormonersatztherapie und einem erhöhten Risiko für Eierstockkrebs.

Den Forschern standen die Daten von rund 21.500 Frauen zur Verfügung, die die Wechseljahre hinter sich hatten und an Eierstockkrebs erkrankt waren. Allerdings verwendeten die Wissenschaftler für ihre Analyse keine Daten aus rückblickenden Studien, sondern stützten sich nur auf Daten aus prospektiven Studien, in denen die Teilnehmerinnen ausgewählt und anschließend beobachtet worden waren (rund 12.000 Fälle).

55 Prozent dieser Frauen hatten eine Hormonersatztherapie gegen Wechseljahresbeschwerden angewendet, die Hälfte davon nahm die Hormone mindestens sechs Jahre ein. Die Forscher errechneten für Anwenderinnen einer Hormonersatztherapie ein um 43 Prozent erhöhtes Risiko für Eierstockkrebs, unabhängig davon, ob die Hormone länger als fünf Jahre eingenommen worden waren oder nicht. Nach dem Ende der Hormonersatztherapie ging das Risiko allmählich zurück, es war jedoch zehn Jahre später noch immer um 25 Prozent erhöht. Keine Rolle spielte es, ob nur Östrogen allein oder eine Kombination von Östrogen und Gestagenen eingenommen worden war. Ebenfalls ohne Einfluss war das Lebensalter der Frauen – ob mit der Hormonersatztherapie vor oder nach dem 50. Lebensjahr begonnen wurde, spielte für das Eierstockkrebsrisiko keine Rolle. 

Nach Ansicht der Studienautoren sei der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Hormonen zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden und einem erhöhten Risiko für Eierstockkrebs eindeutig: Von 1.000 Frauen, die um das 50. Lebensjahr herum fünf Jahre lang Hormone einnehmen, erkranke eine zusätzlich an Eierstockkrebs. Zudem komme auf 1.700 Anwenderinnen der Hormonersatztherapie ein zusätzlicher Eierstockkrebs-bedingter Todesfall, so das Fazit.

 

Quelle:

Collaborative Group on Epidemiological Studies of Ovarian Cancer: Menopausal hormone use and ovarian cancer risk: individual participant meta-analysis of 52 epidemiological studies. The Lancet, Onlinevorabveröffentlichung am 13. Februar 2015, doi.org/10.1016/S0140-6736(14)61687-1

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 24.05.2017 15:46