Duktaler und lobulärer Brustkrebs: Erkrankungen unterschiedlichen Ursprungs

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Wissenschaftler finden unterschiedliche Risikofaktoren für die beiden Erkrankungstypen.

Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs, das wissen Experten schon seit langem. So werden beispielsweise histologische, also feingewebliche Subtypen von Brustkrebs unterschieden – je nachdem, in welchem Gewebe der Krebs seinen Ausgangspunkt genommen hat: Das invasive lobuläre Karzinom entwickelt sich aus den Epithelzellen der Drüsenläppchen (Lobuli) der Brustdrüse und dringt in umliegendes Gewebe ein. Das invasive duktale Karzinom hingegen geht aus den Milchgängen hervor und dringt dann in die Umgebung vor. Für die beiden Brustkrebstypen gibt es offenbar auch unterschiedliche Risikofaktoren, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift International Journal of Cancer berichteten.

An der Fall-Kontrollstudie nahmen 1.009 Brustkrebspatientinnen und 1.009 nicht an Brustkrebs erkrankte gleichaltrige Patientinnen teil, die wegen einer anderen Erkrankung im Krankenhaus weilten. Die Suche nach Risikofaktoren förderte für die beiden histologischen Subtypen der Erkrankung Unterschiedliches zutage: So war die familiäre Vorgeschichte an Brustkrebs mit dem Risiko für invasives duktales Karzinom, nicht jedoch für das invasive lobuläre Karzinom verbunden. Ebenfalls mit dem Risiko nur für invasives duktales Karzinom assoziiert waren das Alter bei der ersten Entbindung und die Frage, ob Kinder nach der Entbindung gestillt wurden oder nicht. Hingegen erwiesen sich Fehlgeburten und Diabetes mellitus Typ 2 als Risikofaktoren für invasives lobuläres Karzinom, nicht jedoch für invasives duktales Karzinom. Ebenfalls mit dem Risiko für invasives lobuläres Karzinom assoziiert waren willentlich herbeigeführter Gewichtsverlust und das Alter bei der ersten Regelblutung.

Auch gemeinsame Risikofaktoren gab es: Rauchen, eine Vorgeschichte an gutartigen Brusterkrankungen und ein erhöhter Body Mass Index als Ausdruck von Übergewicht waren mit einem erhöhten Risiko für beide Brustkrebssubtypen verbunden. Nach Ansicht der Studienautoren unterstützten die gefundenen Unterschiede die Hypothese, dass es sich bei invasivem duktalem Karzinom und invasivem lobulärem Karzinom um Tumoren mit unterschiedlicher Entstehungsgeschichte und Herkunft handelt.

 

Quelle:

Dianatinasab M et al. Heterogeneity in risk factors for ductal and lobular breast carcinomas: A case–control study. International Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung 4. Februar 2019, https://doi.org/10.1002/ijc.32182

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Aktualisiert am: 18.11.2019 10:48