Dreifachtherapie gegen Hirnmetastasen bei fortgeschrittenem malignem Melanom

Nachricht vom 04.10.2022

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Womöglich kann die Ausbreitung des Tumors verzögert werden.

Maligne Melanome neigen dazu, sich mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe, darunter das Gehirn auszubreiten. Dieser Prozess kann bei BRAFV600-mutierten, fortgeschrittenen Melanomen aufgehalten werden, wenn die Patienten eine Therapie mit einer Dreifachkombination aus BRAF- und MEK-Blockade plus Immuncheckpoint-PD-L1-Blocker erhalten. Das geht aus den neuesten Ergebnissen der IMspire150-Studie hervor, die in der Fachzeitschrift Annals of Oncology publiziert wurden.

An der Studie nahmen Patienten mit fortgeschrittenem Melanom teil, bei denen eine BRAF V600-Mutation nachgewiesen wurde. Sie erhielten die Dreifachkombination aus BRAF/MEK-Blockade und einem PD-L1-Blocker oder die BRAF/MEK-Blockade plus ein Scheinmedikament (Placebo). Nach einer mehrjährigen Beobachtungszeit stellte sich heraus, dass die Dreifachkombination die Entwicklung von Hirnmetastasen hatte verzögern, wenn auch nicht gänzlich aufhalten können. Vor allem in den Anfangsjahren erlitten weniger Patienten in der Dreifachtherapiegruppe Hirnmetastasen als in der Zweifachtherapiegruppe.

Eine Dreifachtherapie mit BRAF-, MEK- und PD-L1-Blockern könne bei Patienten mit fortgeschrittenem BRAF-mutiertem Melanom womöglich die Ausbreitung des Tumors in das Gehirn verzögern, so die Interpretation der Studienautoren. Wie sich das auf die allgemeinen Überlebensaussichten der Patienten auswirkt, bleibe abzuwarten. 

 

Quelle:

Lewis K et al. 813P - Time to development of central nervous system (CNS) metastases (mets) with atezolizumab (A) or placebo (P) combined with vemurafenib (V) + cobimetinib (C): Updated results from the phase III IMspire150 study. Annals of Oncology 2022, 33 (suppl_7): S356-S409

 

(KvK)

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