Dreifachtherapie bei fortgeschrittenem Darmkrebs

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Bei metastasiertem Darmkrebs mit BRAF V600E-Mutation kann eine Dreifachtherapie die Aussichten verbessern.

Wenn Darmkrebs, bei dem in den Tumorzellen eine genetische Veränderung, eine sogenannte BRAF V600E-Mutation, vorliegt, sich mit Metastasen schon in andere Organe ausgebreitet hat, ist die Prognose oft ungünstig. In dieser Situation kann sich unter Umständen eine Dreifachtherapie mit einem BRAF-Hemmer, einem MET-Hemmer und einem EGFR-Antikörper auszahlen, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine berichteten.

An der Studie nahmen 665 Patienten mit metastasiertem Darmkrebs mit nachgewiesener BRAF V600E-Mutation teil, bei denen die Krankheit nach einer oder zwei vorangegangenen Therapien weiter voranschritt. Die Teilnehmer erhielten entweder eine Standardtherapie mit einem EGFR-Antikörper und Chemotherapie, eine Zweifachtherapie mit einem BRAF-Hemmer und einem EGFR-Antikörper oder eine Dreifachtherapie mit einem BRAF-Hemmer, einem MET-Hemmer und einem EGFR-Antikörper. BRAF-Hemmer blockieren die Proteinkinase Serin/Threonin-Kinase B-Raf. Sie kann bei Darmkrebs durch eine BRAF V600E-Mutation so aktiviert sein, dass das Wachstum der Krebszelle angeregt wird. Wird B-Raf hingegen gehemmt, sterben die Krebszellen ab. MET-Hemmer blockieren die Tyrosinkinase MET, die mit einem bestimmten, das Krebswachstum fördernden Wachstumsfaktor in Verbindung steht. EGFR-Antikörper wiederum binden an den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR). Der Wachstumsfaktor EGF kann dadurch nicht mehr an seiner Bindungsstelle andocken und die wachstumsfördernde Wirkung bleibt aus.

In der Studie konnte durch die Dreifachtherapie im Vergleich zur Standardtherapie das Gesamtüberleben deutlich verlängert werden. Auch die Ansprechrate auf die Behandlung war signifikant besser. Mehr schwerwiegende Nebenwirkungen traten im Vergleich zur Standardtherapie nicht auf.

Offenbar, so die Interpretation der Studienautoren, verbessere die Dreifachtherapie mit einem BRAF-Hemmer, einem MET-Hemmer und einem EGFR-Antikörper gegenüber der bisherigen Standardtherapie die Ansprechrate und das Gesamtüberleben von Patienten mit metastasiertem Darmkrebs mit BRAF V600E-Mutation signifikant. 

 

Quelle:

Kopetz S et al. Encorafenib, Binimetinib, and Cetuximab in BRAF V600E–Mutated Colorectal Cancer. N Engl J Med 2019; 381:1632-43

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 11.12.2019 18:21