Die Therapie bei fortgeschrittenem Nierenkrebs intensivieren

Nachricht vom 17.05.2023

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Kombination aus Tyrosinkinasehemmung und Immuncheckpointblockade kann die Überlebensaussichten unter Umständen verbessern.

Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs können, wenn bei ihnen ein mittleres bis hohes Risiko für einen ungünstigen Verlauf festgestellt wird, von einer kombinierten Ersttherapie aus Tyrosinkinasehemmer und Immuntherapie mit zwei Checkpointblockern profitieren. Das zeigen die Ergebnisse einer Phase 3-Studie, die in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden.

An der Studie nahmen 855 Patienten teil, die an fortgeschrittenem klarzelligem Nierenkrebs erkrankt waren und zuvor noch keine Therapie deswegen erhalten hatten. Bei allen wurde aufgrund bestimmter Tumormerkmale ein mittleres bis hohes Risiko für einen ungünstigen Verlauf festgestellt. Sie erhielten eine Kombinationstherapie mit einem Tyrosinkinasehemmer, einem PD1-Checkpointblocker und einem CTLA-4-Checkpointblocker (Experimentalgruppe mit 428 Teilnehmern) oder die beiden Checkpointblocker plus ein Scheinmedikament (Placebo; Kontrollgruppe mit 427 Teilnehmern). Die Therapie wurde vier Zyklen lang durchgeführt, dem schloss sich eine Erhaltungstherapie mit dem PD1-Blocker über bis zu zwei Jahre an. 

Die jetzige Analyse beruhte auf den Ergebnissen der ersten 550 für die Studie gewonnenen Patienten. Die Wahrscheinlichkeit für ein Überleben, ohne dass der Tumor nach zwölf Monaten weiter vorangeschritten war, war in der Experimentalgruppe signifikant höher als in der Kontrollgruppe. 43% der Patienten der Experimentalgruppe und 36% der Patienten der Kontrollgruppe hatten auf die Therapie angesprochen. Dafür traten allerdings in der Experimentalgruppe auch mehr Nebenwirkungen Grad 3 oder 4 als in der Kontrollgruppe auf. Die Beobachtungen zum Gesamtüberleben dauern noch an.

Das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, konnte in dieser Studie in der Ersttherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs mit mittlerem bis hohem Risiko durch die Zugabe eines Tyrosinkinasehemmers zur Immuncheckpointblockade mit PD1- und CTLA-4-Hemmer signifikant verlängert werden, so die Zusammenfassung der Studienautoren.

 

Quelle:

Choueiri TK et al. Cabozantinib plus Nivolumab and Ipilimumab in Renal-Cell Carcinoma. New England Journal of Medicine 2023; 388:1767-78

 

(KvK)

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