Die Stammzelltransplantation bei Leukämien erleichtern

Nachricht vom 27.06.2024

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Eine neue Stammzellbank mit kryokonservierten Stammzellen ermöglicht eine raschere Stammzelltransplantation, wenn es nötig ist.

Bei Erkrankungen an Leukämie gilt es nicht selten, passende Stammzellen für eine hämatopoetische Stammzelltransplantation zu finden. Nur bei etwa einem Drittel der Erkrankten kommen Familienangehörige in Frage. Die anderen müssen fremde Menschen finden, die bereit sind zu spenden und deren HLA-Merkmale mit denen der Kranken so weit wie möglich übereinstimmen. Je rascher das gelingt, desto besser sind in der Regel die Überlebenschancen. Die internationale gemeinnützige Organisation DKMS hat eine effizientere und schnellere Infrastruktur für die hämatopoetische Stammzelltransplantation bei Blutkrebs aufgebaut, bei der eine Stammzellbank in Dresden und zwei Stammzell-Entnahmezentren in der Dresden und Köln im Mittelpunkt stehen.

Normalerweise dauert es mehrere Wochen, wenn passende Stammzellen von Nichtverwandten identifiziert, entnommen und transplantiert werden. Mit der DKMS-Stammzellbank geht dies künftig schneller. In ihr lagern überschüssige erwachsene Stammzellen nach Kryokonservierung als sogenannte Adult Donor Cryopreserved Units (ADCUs) und stehen Patient*innen weltweit für eine Transplantation zur Verfügung. Jedes Transplantationszentrum kann diese ADCUs über das DKMS-Register und die Datenbank des Zentralen Knochenmarkspender-Registers Deutschland (ZKRD) suchen und anfordern. In der Regel dauert es nur drei Tage, bis die ADCUs nach der Anfrage in die entsprechende Klinik transportiert worden sind. 

Für die Spender*innen bedeutet dieses Vorgehen keine zusätzliche Belastung. Sie werden, wenn sie ohnehin für jemanden spenden, gefragt, ob sie bereit sind, ihre Stammzellen in der Stammzellbank einzulagern. Dann werden die Stammzellen, die für die erste Spende zu viel abgenommen werden, kryokonserviert, also in flüssigem Stickstoff eingefroren und bei -180°C gelagert. Die Entnahmezeit verlängert sich durch die zusätzlichen Stammzellen nur geringfügig. Bei diesem Vorgehen werden derzeit vor allem solche Spender*innen berücksichtigt, die aufgrund ihrer HLA-Merkmale eine hohe Chance haben, für eine Spende angefragt zu werden. 

Seit November 2023 wird die Stammzellbank aufgebaut – für viele Leukämiekranke ist sie ein Hoffnungsschimmer. 

 

Quelle:

Pressemitteilung der DKMS vom 6. Juni 2024

 

(KvK)

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