Die Haut aufmerksam untersuchen

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„Zufällig“ vom Hautarzt entdeckte Melanome sind oft kleiner und in einem früheren Stadium als solche, die bereits so verdächtig aussehen, dass der Patient ihretwegen zum Hautarzt überwiesen wird.

Je früher schwarzer Hautkrebs, das maligne Melanom, entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen – dieser Zusammenhang besteht eindeutig. Nun wiesen Wissenschaftler nach, dass der „zufällige“ Befund beim Hautarzt in dieser Hinsicht kein schlechter sein muss: Werden Patienten wegen einer verdächtigen Hautstelle zum Dermatologen überwiesen und stellt dieser bei der Untersuchung ein Melanom an einer anderen Stelle fest, dann ist letzteres im Durchschnitt kleiner und in einem früheren Stadium als dasjenige, das zur Überweisung geführt hat. Die Forscher berichteten darüber kürzlich in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology.

Rückblickend wurden die Daten von rund 17.000 Patienten ausgewertet, die wegen eines verdächtigen Hautbefunds zum Dermatologen geschickt worden waren. Bei 221 Patienten fanden sich 231 Melanome – 144 davon waren der Auslöser für die Überweisung gewesen, die anderen 87 wurden „zufällig“ entdeckt. Die Rate für die zufällig entdeckten Melanome betrug 0,5 Prozent. 

Die Melanome, die zur Überweisung geführt hatten, waren häufiger als die zufällig entdeckten invasiv, hatten sich also bereits über ihren Entstehungsort hinaus ausgebreitet. Sie waren zudem größer und dicker und wuchsen häufiger tiefer als 1,00 mm in das Gewebe ein. Sie wurden vor allem am Kopf und Hals gefunden, während sich die zufällig entdeckten Melanome häufiger am Rumpf und hier vor allem am Rücken befanden.

Die Studienergebnisse zeigten nach Ansicht der Studienautoren, wie wichtig es sei, Patienten von Kopf bis Fuß auf verdächtige Flecken zu untersuchen. Dieser Appell richte sich allerdings nicht nur an die Dermatologen, zu denen die Patienten vom Hausarzt überwiesen werden, sondern auch an Hausärzte und Allgemeinmediziner, die körperliche Untersuchungen durchführen.

 

Quelle:

Hanson, J. L. et al.: Incidental melanomas detected in veterans referred to dermatology. Journal of the American Academy of Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 20. November 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.jaad.2015.09.057

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18