Die Ernährungssituation bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs verbessern

Nachricht vom 23.01.2024

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Durch die Einnahme eines Wirkstoffs kann die Energiezufuhr verbessert werden, was dem Muskelabbau vorbeugt.

Viele Lungenkrebspatienten leiden im Laufe einer fortschreitenden Erkrankung unter Appetitstörungen und verlieren, ohne dass sie es wollen, an Körpergewicht. Durch die Einnahme eines Tetrazyklikums kann zwar offenbar der Appetit nicht nachhaltig angeregt werden, dennoch verbessert sich der Ernährungszustand der Patienten. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

Die Forscher testeten die Therapie mit dem Wirkstoff in einer randomisierten Studie mit 86 Patienten, die an fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im Stadium IV erkrankt waren. Diese erhielten neben der Krebstherapie entweder den Wirkstoff, der auch gegen Depression eingesetzt werden kann, oder ein Scheinmedikament (Placebo) – erst zwei Wochen lang in niedriger, danach sechs Wochen lang in höherer Dosierung. 

Schon nach vier Wochen hatte die Behandlung eine Wirkung entfaltet. Zwar war keine Verbesserung des Appetits durch den Wirkstoff nachweisbar. Dennoch nahmen die damit behandelten Patienten signifikant mehr Nährstoffe zu sich als die Patienten der Placebogruppe und wiesen einen signifikant geringeren Muskelabbau auf. Die Behandlung wurde gut vertragen. Die Patienten, die den Wirkstoff einnahmen, berichteten nach zwei Wochen häufiger als die Patienten unter Placebo, dass sie Albträume erlebten, nach vier und acht Wochen jedoch war dieser Befund verschwunden. 

Einen Unterschied in den Appetitwerten konnte die Behandlung mit dem Tetrazyklikum gegenüber Placebo nicht erreichen. Dennoch zeigte sich bei den Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Adenokarzinom der Lunge eine deutlich verbesserte Energiezufuhr, insbesondere bei der Aufnahme von Fetten. Dadurch konnte der Abbau von Muskulatur bei diesen Patienten verhindert werden. Dies, so die Studienautoren, verbessere vermutlich auch die gesundheitsbezogene Lebensqualität und vor allem die emotionale und geistige Leistungsfähigkeit. 

 

Quelle:

Arrieta O et al. Mirtazapine as Appetite Stimulant in Patients With Non–Small Cell Lung Cancer and Anorexia. A Randomized Clinical Trial. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 11. Januar 2024, doi:10.1001/jamaoncol.2023.5232

 

(kvk)

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