Die Darmspiegelung bringt´s

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Wer sich im Rahmen des Darmkrebsscreenings einer Darmspiegelung unterzieht, senkt sein Risiko für Darmkrebs.

Wer sich einer Darmspiegelung (Koloskopie) im Rahmen des Darmkrebsfrüherkennungsscreenings unterzieht, hat ein geringeres Risiko für nachfolgenden Darmkrebs. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie aus England, die in der Fachzeitschrift British Medical Journal veröffentlicht wurden.

Die Darmspiegelung ist die derzeit sicherste Methode, um Darmkrebs festzustellen. Doch nicht nur das: Sie dient auch der Vorsorge, weil während der Untersuchung auch die Vorstufen von Darmkrebs, sogenannte Schleimhautpolypen, erkannt und beseitigt werden können, sodass kein Krebs daraus entsteht. Doch eine 100%ige Sicherheit gibt es nicht. Auch nach einem negativen Befund bei der Darmspiegelung kann es vorkommen, dass nach einigen Monaten oder wenigen Jahren Darmkrebs diagnostiziert wird. Solche Fälle werden als Darmkrebsfälle „nach Darmspiegelung“ bezeichnet.

In einer Studie untersuchten Wissenschaftler, wie oft Darmkrebsfälle in England in den Jahren 2005 bis 1013 innerhalb von drei Jahren nach einer Darmspiegelung vorkamen. Die durchschnittliche Rate solcher Fälle über die Zeit betrug siebeneinhalb Prozent, wobei sie von neun Prozent im Jahr 2005 auf sechseinhalb Prozent im Jahr 2013 sank. Bei Personen, die sich im Rahmen des nationalen Screeningprogramms einer Darmspiegelung unterzogen hatten, war die Rate an Darmkrebs innerhalb von drei Jahren nach der Untersuchung mit rund dreieinhalb Prozent niedriger als bei Personen, die anderweitig eine Darmspiegelung hatten durchführen lassen (knapp neuneinhalb Prozent). Zudem war die Rate an Darmkrebs nach einer Darmspiegelung bei Frauen, bei älteren Menschen, bei Personen mit entzündlicher Darmerkrankung oder Divertikulose, bei Personen mit mehreren Begleiterkrankungen und bei Personen, die schon an einer anderen Krebserkrankung gelitten hatten, höher.

Die Teilnahme am Darmkrebsscreening mittels Darmspiegelung in entsprechend dafür ausgebildeten Zentren lohne also, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. Es sei derzeit unbestritten, dass durch die Darmspiegelung Darmkrebs verhindert werden könne und dass sich durch die Entfernung verdächtiger Schleimhautpolypen die Zahl der Todesfälle an Darmkrebs senken ließe.

 

Quelle:

Burr NE et al. Variation in post-colonoscopy colorectal cancer across colonoscopy providers in English National Health Service: population based cohort study. BMJ 2019;367:l6090; doi:10.1136/bmj.l6090

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 19.10.2020 22:38