Die chronische lymphatische Leukämie lange Zeit aufhalten

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Eine neue Wirkstoffkombination aus BCL-2-Hemmer und Immuntherapie bringt die Krankheit offenbar für längere Zeit zum Stillstand. 

Ein neuer Wirkstoff, der BCL-2-Hemmer Venetoclax, kann bei Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL), die nicht oder nicht mehr auf andere Therapien anspricht, in Kombination mit dem Anti-CD20-Antikörper Rituximab die Überlebensaussichten verbessern. Das bestätigen die neuen Ergebnisse der MURANO-Studie nach einer nun längeren Beobachtungszeit, die in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurden.

Das Eiweiß BCL-2 wird bei CLL in verstärktem Maße gebildet. Es verhindert, dass die kranken Zellen durch die Einleitung des programmierten Zelltods, der Apoptose, absterben. Die krankhaften Zellen überleben deshalb, und die Krankheit schreitet fort.  Wenn nun ein BCL-2-Hemmer wie Venetoclax eingesetzt wird, fällt die Hemmung der Apoptose weg und die krankhaften Zellen unterliegen wieder dem programmierten Zelltod.

In der aktuellen Studie waren Patienten mit CLL, die auf andere Therapien nicht ansprach oder zurückgekehrt war, mit entweder Venetoclax plus Rituximab oder mit der üblichen Chemoimmuntherapie mit Bendamustin und Rituximab behandelt worden. Rituximab wurde über sechs Zyklen verabreicht, Venetoclax anschließend weiter über insgesamt zwei Jahre.

Nach einer Beobachtungszeit von rund drei Jahren zeigten sich in der Venetoclax-Rituximabgruppe ein besseres krankheitsfreies Überleben und besseres Gesamtüberleben als in der Bendamustin-Rituximabgruppe. Auch konnte in der Venetoclax-Rituximabgruppe häufiger eine fehlende minimale Restkrankheit erreicht werden, was auch nach zwei Jahren, als die Venetoclaxtherapie beendet wurde, anhielt. Bei minimaler Restkrankheit haben die Patienten zwar gut auf eine Behandlung angesprochen, doch finden sich bei genauerem Hinschauen noch immer kleine Mengen krankhafter Zellen. Bei kleineren Mengen minimaler Restkrankheit sind die Überlebensaussichten besser als bei größeren. In der Venetoclax-Rituximabgruppe erlebten nur zwölf Prozent derjenigen Patienten, bei denen eine minimale Restkrankheit entdeckt wurde, dass die CLL innerhalb von rund zehn Monaten weiter voranschritt.

Am Ende der Therapiezeit war bei 70 Prozent der Patienten aus der Venetoclax-Rituximabgruppe, bei denen zunächst keine minimale Restkrankheit mehr nachweisbar war, noch immer keine minimale Restkrankheit vorhanden, 98 Prozent lebten noch immer, ohne dass die CLL weiter vorangeschritten wäre. Offenbar, so die Interpretation der Studienautoren, sei das Ansprechen auf Venetoclax-Rituximab stabil und anhaltend, sodass die Krankheit damit längere Zeit erfolgreich aufgehalten werden kann. 

 

Quelle:

Kater A P et al. Fixed Duration of Venetoclax-Rituximab in Relapsed/Refractory Chronic Lymphocytic Leukemia Eradicates Minimal Residual Disease and Prolongs Survival: Post-Treatment Follow-Up of the MURANO Phase III Study. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 3. Dezember 2018, DOI https://doi.org/10.1200/JCO.18.01580

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 15.11.2019 16:13