Die Chemotherapie bei fortgeschrittenem Harnblasenkrebs durch Immuntherapie ergänzen

Nachricht vom 27.10.2023

Die Kombination von Immun- und Chemotherapie in der Erstbehandlung kann Überlebensvorteile bringen.

Wenn bei nicht-operablem bzw. metastasiertem Urothelkarzinom - wobei es sich in den meisten Fällen um Krebs der Harnblase handelt - in der Erstbehandlung nicht nur eine platinbasierte Chemotherapie, sondern zusätzlich eine Immuntherapie mit einem bestimmten PD1-Blocker durchgeführt wird, verbessern sich die Überlebensaussichten der Patienten signifikant. Das geht aus den Ergebnissen einer Phase III-Studie hervor, die auf dem diesjährigen European Society for Medical Oncology (ESMO) Kongress vorgestellt und in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden.

An der Studie nahmen 608 Patienten mit einem nicht-operablen oder metastasierten Urothelkarzinom teil. Sie erhielten in der Erstbehandlung die platinbasierte Standardchemotherapie mit zwei Wirkstoffen – entweder allein oder in Kombination mit einem PD1-Checkpointblocker, wobei die Immuntherapie nach sechs Zyklen Chemotherapie bis zu zwei Jahre lang allein fortgeführt wurde. 

In der Nachbeobachtungszeit von rund drei Jahren starben in der Chemotherapiegruppe mehr Patienten als in der Immunchemotherapiegruppe – das Gesamtüberleben und das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, waren nach der Immunchemotherapie signifikant besser. Auch war die Ansprechrate höher und hielt das Ansprechen länger an. Allerdings erlebten unter der Immunchemotherapie auch mehr Patienten intensivere Nebenwirkungen (Grad 3 oder mehr).

Die Kombination aus Immuntherapie mit dem bestimmten PD1-Checkpointblocker und platinbasierter Standardchemotherapie könne bis dato unbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem Harnblasenkrebs im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie signifikante Überlebensvorteile bringen, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

van der Heijden MS et al. Nivolumab plus Gemcitabine–Cisplatin in Advanced Urothelial Carcinoma. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 22. Oktober 2023, DOI: 10.1056/NEJMoa2309863

 

(kvk)

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