Die Chemotherapie bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs unterstützen

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Patientinnen können profitieren, wenn durch eine zusätzliche Therapie die Reparatur von chemotherapiebedingten DNA-Schäden an den Krebszellen erschwert wird.

Bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs kann es sich lohnen, zu einer Chemotherapie einen sogenannten PARP-Hemmer hinzuzufügen und anschließend eine Erhaltungstherapie mit diesem PARP-Hemmer durchzuführen. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

An der Studie nahmen 1.140 Patientinnen teil, bei denen hochgradig seröser Eierstockkrebs im Stadium III oder IV diagnostiziert worden war. Sie erhielten eine Chemotherapie kombiniert mit einem PARP-Hemmer oder einem Scheinmedikament (Placebo), gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit dem PARP-Hemmer oder Placebo. Die Kombinationschemotherapie dauerte sechs Zyklen, die Erhaltungstherapie ging über weitere 30 Zyklen. PARP-Hemmer blockieren bestimmte Enzyme, die Poly(ADP-Ribose)-Polymerasen. Dadurch verhindern sie, dass (gewollte) DNA-Schäden, die infolge der Chemotherapie an den Krebszellen verursacht werden, wieder repariert werden können, was den Untergang der Krebszellen begünstigt.

Infolge der zusätzlichen PARP-Hemmertherapie verlängerte sich die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt. Am besten schnitt dabei die Gruppe ab, die den PARP-Hemmer in Kombination mit der Chemotherapie und anschließend auch als Erhaltungstherapie bekommen hatte. Allerdings traten in dieser Gruppe auch mehr Nebenwirkungen wie Blutarmut, Mangel an Blutplättchen, chronische Erschöpfung (Fatigue) und Übelkeit auf.

Generell wirke sich die zusätzliche Therapie mit dem PARP-Blocker positiv aus, so die Studienautoren. Ob jedoch womöglich auf die Erhaltungstherapie mit dem PARP-Hemmer verzichtet werden könne, müsse noch weiter abgeklärt werden. 

 

Quelle:

Coleman RL et al. Veliparib with First-Line Chemotherapy and as Maintenance Therapy in Ovarian Cancer. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 28. September 2019, DOI: 10.1056/NEJMoa1909707

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 12.11.2019 22:37